Carl Schmitt - Rolf Schroers. Briefwechsel 1955 bis 1980. Schmittiana, Neue Folge. Beiträge zu Leben und Werk Carl Schmitts. Herausgegeben von der Carl-Schmitt-Gesellschaft e. V., Band IV
Duncker und Humblot Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783428197651 Gebunden, 354 Seiten, 89,90
EUR
Klappentext
Herausgegeben von Reinhard Mehring. Rolf Schroers (1919-1981) war nach 1945 ein Literat (Mitglied der "Gruppe 47"), Publizist, später Direktor der Heuss-Akademie in Gummersbach. Von Ernst Jünger und Paul Celan lief er gleichsam zu Carl Schmitt über, dem er 1955 erstmals begegnete und mit dem sich sogleich intensive Korrespondenz und lebenslanger freundschaftlicher Umgang ergab. Die vorliegende, in 214 Briefen und Gegenbriefen ziemlich vollständig erhaltene Korrespondenz ist ein Schlüssel zu Schmitts "Theorie des Partisanen" (1963), die direkt auf Schroers' Buch "Der Partisan" (1961) antwortet. Sie erinnert mit zahlreichen unbekannten Texten und Materialien auch an einen markanten Repräsentanten der existentialistischen Kriegsgeneration und "Kahlschlagliteratur", der als Publizist und Akademiedirektor die politischen Diskurse der alten Bundesrepublik mit gestaltete und von Schmitt sehr geschätzt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.07.2026
Wer Marko Martin dieses Buch rezensieren lässt, weiß, dass die beiden Protagonisten des Bandes mit ihren Ausflüchten nicht davon kommen werden. Martin beschreibt die Edition des Briefwechsels als sprachlich pompöses, inhaltlich ausweichendes und letztlich zeitgeschichtlich zwar interessantes, aber auch abgründiges Zwiegespräch. Schroers, den ehemaligen Wehrmachtssoldaten, schildert er als charakteristisch für die frühe Vergangenheitsbewältigung in Deutschland. Er hat sich zunächst bei Paul Celan angebiedert, und als dieser mit ihm brach, bei Carl Schmitt getröstet, so Martin. Spürbar wird Martins Antipathie, wo er Schmitt als "NS-Kronjurist" und Schroers als belasteten Mitläufer zeichnet; auch Spott über ihre intellektuelle Pose, ihre "Kalauerei" ("Carl Schmitt ist nicht Carlo Schmid") und das ständige "Wegquasseln" des eigentlichen Problems prägen für ihn den Ton des Bandest. Die Figur des"Partisans" erscheint bei ihm nicht als ernsthaft geklärt, sondern als Projektionsfläche eines unfreiwillig komischen und ziemlich trostlosen Diskurses.
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