Aus dem Amerikanischen von Alexandra Rak. Wir schreiben das Jahr 1904. Die 16-jährige Luki hat ihr ganzes Leben in den Bergen der Philippinen verbracht. Sie ist eine talentierte Jägerin und will Kriegerin werden, doch Mädchen dürfen nicht jagen. Und nun wollen die Stammesältesten, dass sie ihren besten Freund Samkad heiratet. Doch Luki will ihre Freiheit nicht aufgeben. Also beschließt sie, das Angebot von Truman Hunt anzunehmen und nach Amerika zu reisen, um an der Weltausstellung in St. Louis teilzunehmen. Doch nach einer langen und beschwerlichen Reise stellen die Philippiner fest, dass sie für die Besucher der Weltausstellung in einem behelfsmäßigen Dorf wie Tiere gefangen gehalten werden. Und Luki begreift, dass das Land der unbegrenzten Möglichkeiten seine Chancen sehr ungerecht verteilt.
Luki, die Protagonistin von Candy Gourlays neuem Roman, gehört zu den Philippinos, die 1904 für die Weltausstellung nach St. Louis, Missouri verschifft werden, organisiert wird das von dem amerikanischen Soldaten Truman Hunt, der im Spanisch-Amerikanischen Krieg auf die Philippinen gekommen ist und jetzt als Gouverneur die Kontrolle darüber hat, dass das Land nun US-Kolonie ist, erfahren wir von der Rezensentin Judith Scholter. Scholter ist besonders froh darüber, dass diese Geschichte, die alle Facetten der brutalen Kolonialisierung erzählt, aus der Perspektive der 16-jährigen Luki geschrieben ist, die damit die "Kolonisatoren zu Studienobjekten" macht. Die Kritikerin findet das Buch gerade deshalb lehrreich, weil es pointiert die Frage stellt, was Zivilisation ist und wie sie als Rechtfertigung für koloniale Verbrechen genutzt wird.
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