Aus dem Englischen von Gabriele Haefs. Tacloban, Leyte, Philippinen. Der Super-Taifun Haiyan, der "perfekte Sturm", hat die Insel heimgesucht. Ann kehrt nach 20 Jahren im Auftrag einer NGO in ihre Heimatstadt zurück - und wird überrollt von Kindheitserinnerungen, denen sie inmitten der Trümmer auf den Grund zu gehen versucht: einem großen, düsteren Familiengeheimnis, Gruselgeschichten von einer Bestie, die umgeht in Tacloban, Menschen, die plötzlich in ihr Leben traten und ebenso schnell wieder verschwanden. Gleichzeitig widmet sie sich der Aufgabe, in der völlig zerstörten Stadt nach jenen Fragmenten zu forschen, die vom Leben der Menschen übrigbleiben, wenn ihre Existenz fast vollständig vernichtet wird: ihren Erinnerungen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.08.2025
Rezensentin Stephanie von Oppen ist beeindruckt von diesem Climate-Ficton-Roman der in den Philippinen preisgekrönten Journalistin und Autorin Daryll Delgado. Der Roman geht allerdings weit über das Genre hinaus, versichert uns die Kritikerin: Themen wie Kolonialismus, Korruption und Klassenunterschiede verknüpft die Autorin gekonnt mit der Geschichte einer Mittelschichtsfamilie, die in den Achtzigern Kontakt zum Umfeld der Familie des damaligen Diktators Ferdinand Marcos hatte, erzählt uns die Kritikerin. Wir folgen Protagonistin Ann, die im Auftrag einer NGO in ihr Heimatland, die Philippinen, geschickt wird, um die Zerstörung durch einen Taifun zu dokumentieren. Bald wird sie an ihre Kindheit erinnert, sie denkt etwa an den Hausangestellten, welcher vor Jahren vor ihrer Haustür erschossen wurde. Vor allem bewundert die Kritikerin, wie Delagdo Originalberichte von Überlebenden und philippinische Geschichte einflicht, und dabei dennoch mit viel Tempo schreibt.
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