Aus dem Chinesischen von Eva Schestag. 19. Juni 1995 im Osten Chinas: Shen Ming, junger und brillanter Lehrer an einem Gymnasium, wird verdächtigt, eine seiner Schülerinnen getötet zu haben. Einige Tage später aber wird auch er in einem alten Fabrikgebäude unweit seiner Schule erstochen. Die Taten bleiben ungesühnt - bis neun Jahre später Shen Mings Mörder ins Reich der Toten geschickt werden. Nur: von wem? Unmittelbar verbreitet sich das ungeheuerliche Gerücht, dass Shen Ming an diesen Mordfällen beteiligt war, dass er den Fluss des Todes überquert hat, um sich selbst zu rächen...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.05.2020
Sylvia Staude hat sich packen lassen von diesem Rache-Thriller des chinesischen Autors Cai Jun. Er erzählt die Geschichte eines Lehrers, der fälschlicherweise eines Mordes beschuldigt und getötet wurde und schließlich als Wiedergeborener Rache nimmt an all denen, die ihm Unrecht taten. Mit den literarischen Qualitäten des Romans hält sich Staude nicht lange auf, sie verspricht aber eine sorgfältig gesponnene Intrige und viele Einblicke in die chinesische Kultur.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.05.2020
Nachdem der junge Lehrer Shen Ming im Jahr 1995 in einem Internat in Shanghai ermordet wurde, kehrt sein Geist im Jahr 2004 im Körper eines Kindes zurück und sucht Vergeltung, fasst Rezensent Kolja Mensing den Plot dieses Romans zusammen. Weil die Schuldigen sich durch Macht- und Habgier auszeichnen, erhält der Horror-Thriller eine starke gesellschaftskritische Komponente, so Mensing: Das chinesische System wird ihm zufolge als "staatlich gelenkter Raubtierkapitalismus" entlarvt. Ein spannendes Buch mit einer "dunklen Anziehungskraft", der man sich kaum entziehen kann, lobt der faszinierte Kritiker.
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