Aus dem Englischen von Werner Schmitz. Thomas ist dreizehn Jahre alt und hat so abstehende Ohren wie die Seitenspiegel eines Motorrads. Er lebt mit seiner Familie in einem kleinen englischen Ort an der Küste. Sein Vater Rob ist Zeitungshändler und ein rüder Bursche, der seiner Frau das Leben zur Hölle macht. Auch der Großvater Walter ist höchst eigen, seit er im Ersten Weltkrieg schwer verwundet wurde. Seine erklärten Vorlieben sind ein Morsegerät und eine Sammlung von erotischen Bildchen, die er an einem geheimen Platz verwahrt. Und doch ist der bizarre alte Mann der einzige Verbündete, den der junge hat. Gegen die restliche Familie rebelliert Thomas, wo er nur kann. Das ändert sich jedoch, als er mit Gwendolin, der begehrten Schönheit des Ortes, die himmelstürmende erste Liebe erlebt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.04.2000
Lutz Hagestedt ist ganz begeistert von dieser Geschichte, an der er die Komik und die satirischen Aspekte genauso schätzt wie die dramatischen, ja tragischen Elemente. Im Mittelpunkt steht für ihn dabei die Beziehung von Tom zu seinem Großvater, die eine Art Insel inmitten der grausigen, ja ekelhaften Familienrealität des Jungen darstellt. Hagestedt gefällt es, dass der Leser nie schon mehr von einem "Geheimnis" weiß, das Tom erkunden wird, sondern mit ihm gemeinsam auf Entdeckungsreise geht. Besonders gerührt zeigt sich der Rezensent von einer ganz bestimmten Szene: Dort schickt der sterbende Großvater, der schon nicht mehr sprechen kann, dem Enkel mit Hilfe eines Morseapparates noch eine letzte Botschaft. Der Übersetzer Werner Schmitz hat alle Facetten dieser so reichhaltigen Geschichte, die in mancher Hinsicht an Dickens Kindheitsschilderungen erinnere, hervorragend wiedergegeben, lobt Hagestedt.
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