Book of Bott

Cover: Book of Bott
Korbinian Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783981758344
Kartoniert, 177 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Elias Hermann & Karl Dietrich. "Kulturell motivierte Tätigkeiten sollten nicht nur das Aufsuchen gemütlicher gesellschaftlicher Zusammenkünfte umfassen, sondern auch eine gehörige Portion Action, kombiniert mit der Frage: Wo fangen eigentlich unsere festgeglaubten gesellschaftlichen Elemente an zu verschwimmen? Ein Verschwimmen, bei dem sich die Kategorien auflösen, komplette Modelle zu erodieren beginnen, pulverisiert werden, schmelzen oder sich versprühen wie eine Fassade in Zürich."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.04.2018

Felix Stephan geht mitten hinein in die Romantik der Sprüher mit dem Buch von Elias Hermanns und Karl Dietrich. Was die beiden an Erfahrungsberichten von Berliner Sprayern gesammelt haben, atmet laut Stephan Spannung und den authentischen Style Alfred Döblins. Erzählt wird zwar immer mehr oder weniger das gleiche, wie ein Sprayer nach getaner Arbeit vor der Polizei oder rechtschaffenden Bürgern flüchten muss, erklärt der Rezensent, doch das Ausharren auf Dächern oder in U-Bahn-Tunnels hat jedenfalls etwas zutiefst Sehnsuchtsvolles, eben Romantisches, meint Stephan.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.03.2018

Wer Bock auf ein bisschen mehr "streetknowledge" hat und die Sprache der Sprüher lernen will, wer auf schnelle, knackige, nervenaufreibende Stories steht, wer sich für Graffiti oder Untergrund-Literatur interessiert und wem Baudrillards "Kool Killer" imponiert hat, sollte das neuste Buch aus dem unabhängigen Korbinian Verlag lesen, meint Rezensent Jens Uthoff, denn mehr Underground als dort bekommt man selten in der Hochkultur. Die kurzen Geschichten und Gedichte, herausgegeben von Elias Hermann und Karl Dietrich, berichten ausnahmslos vom "Wegbotten" - was im Slang so viel bedeutet wie Wegrennen und zwar vor "Zivten" (Zivilpolizisten), erklärt der Rezensent. Die Texte sind bewusst kaum lektoriert, was ihren rohen "Charme" ausmacht, nur wenigen tut diese Ungeschliffenheit nicht gut, fügt er hinzu. Dass die Lektüre auf einer Strecke von gut 170 Seiten nicht erschöpft, dafür sorgen ein paar eingestreute Erzählungen, die einen experimentelleren Zugang zum Thema finden, wie etwa der Text von Juri Sternburg, lobt Uthoff. Sicherlich sind nicht alle Beiträge im "Book of Bott" gleichermaßen lesenswert und originell, doch das, so der Kritiker, spielt eigentlich nicht die entscheidende Rolle.
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