Aus dem Amerikanischen von Ebba D. Drolshagen. Bernardo Carducci untersucht das Phänomen der Schüchternheit in allen seinen Ausprägungen im physischen, mentalen und emotionalen Bereich und wie deren negativen Auswirkungen auf die verschiedensten Teile des Lebens (Schule, Partnerschaft, Arbeitswelt, Elternschaft, Alter) gegengesteuert werden können. Carduccis Anliegen ist es dabei nicht, schüchterne Menschen zu extrovertierten zu erziehen, sondern zu zeigen, wie man mit Schüchternheit erfolgreich und selbstbewußt durchs Leben gehen kann.
In einer Doppelrezension bespricht Viola Roggenkamp zwei Bücher, die sich mit Schüchternheit und Versagensängsten befassen. Dabei stellt die Rezensentin fest, dass in beiden Büchern durchaus interessante Fallgeschichten vorgestellt werden und deutlich gemacht werde, dass berufliche wie auch private Erfüllung "nicht ohne innere Würde, nicht ohne eigene Wertschätzung "möglich ist. Die Frage nach den Ursachen für Schüchternheit wird ihrer Ansicht nach jedoch in keinem der Bücher zufriedenstellend beantwortet. Besonders vermisst sie ein Eingehen auf die entscheidenden Erlebnisse in der Kindheit oder die Lebenshaltung der Eltern.
1.) Bernardo Carducci: "Erfolgreich schüchtern" (Wolfgang Krüger Verlag)
Carducci ist nach Ansicht Roggenkamps ein echter Experte in Sachen Schüchternheit, der auf eine 20-jährige Forschungsarbeit zurückblicken kann. Er kennt die feuchten Hände, den roten Kopf, die Schweißausbrüche und stellt Strategien vor, damit umzugehen. Im Vordergrund des Buches stehe die Selbsttherapie. Darüber hinaus biete Carducci ausführliche Erläuterungen über körperliche Vorgänge, über das Zusammenspiel von Nervensystem, Gehirn und Stress-Hormonen.
2.) Christophe Andre / Francois Lelord: "Die Kunst der Selbstachtung" (Gustav Kiepenheuer Verlag)
Roggenkamp weist darauf hin, dass hier die "theoretische Aufklärung" im Vordergrund steht, in dem die Autoren auf die "überfordernde Selbstidealisierung" und die "zerstörerische Erfolgsangst" schüchterner Menschen eingehen. Den Anspruch, eine Hilfe zur Selbsttherapie zu bieten, haben die Autoren demnach nicht. Die Rezensentin hebt hervor, dass die Autoren dezidiert auf professionelle Therapieangebote hinweisen.
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