Benedict Wells

Hard Land

Roman
Cover: Hard Land
Diogenes Verlag, Zürich 2021
ISBN 9783257071481
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt, erwachsen zu werden. Eine Hommage an 80's Coming-of-Age-Filme wie 'The Breakfast Club' und 'Stand By Me' - die Geschichte eines Sommers, den man nie mehr vergisst.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 09.04.2021

Rezensentin Julia Schröder ist enttäuscht von Benedict Wells' neuem Roman. Die 1985 in Missouri spielende Coming-of-Age-Story zündet für sie deswegen nicht, weil der Autor die ganze Dramatik des Aufwachsens und des Abschieds (die Mutter des Protagonisten stirbt) mit zu vielen popkulturellen, nostalgischen Girlanden versieht. Das kann Wells eigentlich besser, findet Schröder. Die Film- und Musikreferenzen im Text von "Back to the Future" bis Simple Minds lassen sie kalt, wann immer der Autor die richtigen Bilder findet für die Gefühle seiner Figuren und Wahrhaftigkeit sich einstellt, ist Schröder allerdings gerührt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.03.2021

Benedict Wells! Rezensentin Katja Kraft scheint an dem Autor einen Narren gefressen zu haben. Wie Wells diesmal über das Erwachsenwerden anno 1985 in einem Kaff in Missouri schreibt, über die Euphorie und Melancholie der ersten Verliebtheit, über Heimat, Mut und Abschiedsschmerz, haut sie schlicht um. Da fängt sogar das längst über die Pubertät hinausgewachsene Herz wieder heftig an zu pochen, versichert Kraft. Und auch als popkulturelles Archiv taugt dieser Entwicklungsroman laut Kraft. Musik, Literatur, Filme der Zeit ("Zurück in die Zukunft"!) werden aufgerufen und versetzen den Leser im besten Fall in seine schönsten Lebensjahre zurück, erklärt die Rezensentin den Zauber des Textes.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.03.2021

Rezensent Bernhard Blöchl schöpft gleich ein neues Wort, um das Gefühl in Benedict Wells' neuem Roman zu beschreiben: "Euphancholie" - eine Mischung aus Euphorie und Melancholie - empfindet der Kritiker während der Lektüre dieser in den Achtzigern in einem Nest in Missouri spielenden Coming-of-Age-Geschichte, in der er den pubertierenden Sam nach dem Krebstod der Mutter einen Sommer lang auf Partys, bei Mutproben, der ersten Liebe, Trauer und Träumen begleitet. Aber es ist nicht nur die Gefühlsdichte der Story, die den Rezensenten für den Roman einnimmt: Neben Wells' Liebe für Figuren und Themen bewundert Blöchl vor allem das Feuerwerk an Referenzen, das der Autor zündet: Neben den Verweisen auf Filme und Musik der Achtziger erkennt der Kritiker hier raffinierte Bezüge zu John Green, J.D. Salinger oder Charles Simmons.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2021

Rezensent Andreas Platthaus kann nur staunen, dass mit Benedict Wells ein Deutscher die Atmosphäre eines Kaffs in Missouri im Jahr 1985 und die Sorgen und Nöte einiger Jugendlicher dort derart lebensnah einzufangen weiß. Möglicherweise liegt es aber daran, dass mit Platthaus ein deutscher Leser darüber urteilt. Platthaus jedenfalls findet fast alles echt: das Kino, den Springsteen-Sound, die Sommerferienatmo vor dem Aufbruch ins College. Ab und zu stolpert der Rezensent über eine Redewendung, die ihm deutsch vorkommt, oder eine nicht wirklich überzeugende simulierte Unmittelbarkeit des Gefühls. Dass der Autor die politische Wirklichkeit der Reagan-Ära ausblendet, stört Platthaus hingegen nicht.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.03.2021

Rezensentin Dorothea Westphal mag die Coming-of-Age-Romane von Benedict Wells. Auch im neuen Roman, der dem jungen Sam folgt, der nach dem Tod der Mutter bei seinem Vater in einem kleinen amerikanischen Ort in Missouri aufwächst, bekommt die Kritikerin, was sie erwartet: Leichthändig und "bittersüß" erzähle Wells vom Aufwachsen des Jungen in den Achtzigern in einem Ort im wirtschaftlichen Niedergang, von der ersten Liebe, ersten Jobs und vielen Konflikten, lobt die Kritikerin. Humorvoll und weise, aber nie "kitschig" erscheint ihr der Roman, den sie gern empfiehlt.