Ben Okri

Der Unsichtbare

Roman
Cover: Der Unsichtbare
Edition Kappa, München 2000
ISBN 9783932000461
Gebunden, 146 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Helmuth A. Niederle. Ben Okri hat mit diesem Roman eine Parabel über die seltsame Kraft des Traums geschaffen. Ein Unsichtbarer macht sich auf den Weg, um das Geheimnis der Sichtbarkeit zu finden. Was er sucht, erschließt sich ihm nicht. Geheimnisse öffnen sich für die, die nicht suchen, dafür aber Begegnungen mit wachem Verstand und aufnahmebereitem Herzen zulassen. Der Roman ist eine vieldeutige Parabel über das Schreiben an sich wie auch über all jene Menschen, die ununterbrochen auf der Suche sind und aufgrund ihrer Unruhe nicht fündig werden können.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.09.2001

Sehr informativ ist das nicht, was Fritz Göttler uns zu diesem Buch mitzuteilen hat. Nur soviel: Es geht um Intoleranz, soziale Ungerechtigkeit und Perspektivlosigkeit. Ein gesellschaftliches Koma, vom Autor gespiegelt im Koma eines Jungen. Und wertvoll deshalb, wenn wir Göttler in seiner Lakonik richtig deuten, weil der Autor nicht moralisiert, nicht Partei nimmt, sondern den Hass auf schreckliche Weise nachvollziehbar macht "als eine Form der Selbstverteidigung".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2001

Sebastian Domsch kann dem nigerianischen Schriftsteller Ben Okri nicht folgen. Das gibt der Rezensent unumwunden zu und vermutet, eigene verarmte mitteleuropäische Geistfeindlichkeit hindere ihn daran, sich auf die mythische Schreibweise des Autors einzulassen. "Der Unsichtbare" zeige deutlich die Tendenz des Autors, von Werk zu Werk vom Sozialen zunehmend ins Phantastische abzugleiten, stellt der Rezensent fest. Der Roman habe keine Erzählstruktur mehr, sondern sei vielmehr eine Traumreise, die eine höhere Bewusstseinsebene voraussetze. Schade nur, dass man die nicht sprachlich umsetzen könne, kritisiert Domsch. Herausgekommen sei leider geballter Kitsch, in dem sich reichlich Stilblüten - wie "Einhörner mit diamantenem Horn" - tummelten. Träume und Visionen mögen gut und ehrbar sein, merkt der Rezensent an, aber in Okris neuem Roman sei die Sprache leider auf der Strecke geblieben.
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