Jeanne Andrejew war der einzige weibliche Navigator auf einem der gefürchteten Blockadebrecher im Großen Krieg. Dann verschwand sie. Desertierte, wie es offiziell hieß. Jetzt, in Zeiten, da die ehemaligen Kriegsgegner, die Volganische Republik und der alles beherrschende Weltenbund des Synarchon, erste Schritte in Richtung einer neuen Zusammenarbeit wagen, taucht sie ebenso plötzlich, wie sie einst verschwand, wieder auf. Auf der lebensfeindlichen, von Militärs regierten Welt von Jargus II, dem Planeten der Lebenden Steine. Hier trifft sie auf den ehrgeizigen jungen Kommissar David Woolf, der sich in einem Fall von Sabotage die Sporen verdienen muss. David verliebt sich in die geheimnisvolle Frau, wird aber misstrauisch, als er erfährt, dass Jeanne im Krieg nicht nur desertierte, sondern auch für feindliche Schmuggler gearbeitet haben soll. Doch schon bald kommt David nicht nur dem Saboteur auf die Spur, sondern erfährt auch, was damals wirklich geschah auf dem Schiff "Pegasus".
Frank Schäfer scheint diesen Debütroman recht erstaunlich und originell zu finden. Zwei Aspekte hebt er dabei besonders hervor. Zum einen werde die Tradition, in der sich Slawig als Science-Fiction-Autorin befindet, sehr deutlich. Eine Tradition, die nicht den technologischen Fortschritt in den Mittelpunkt stellt, sondern vielmehr die "damit einhergehenden politischen, philosophischen und sozialen Transformationen". Zum anderen findet er die Konkurrenz der beiden Systeme Synarchon und Volga, die auf den ersten Blick an den Ost-West-Konflikt der Vergangenheit erinnern, ziemlich spannend dargestellt. Schäfer betont, dass diese Systeme zwar denkbar unterschiedlich sind, aber dennoch keines wirklich über das andere dominiert. "Defizitär ist das eine wie das andere". Neben der eigentlichen Krimihandlung hat der Rezensent besonderen Gefallen an den "weltanschaulichen Diskursen" gefunden, mit denen die Vertreter der jeweiligen Systeme für ihre Sache eintreten. Nicht zuletzt weist Schäfer darauf hin, dass sich die Autorin auch mit Geschlechterrollen befasst, etwa da, wo David Wolff als der sanfte, nachgiebige Typ erscheint und seine Geliebte Jeanne ihren Spaß an Prügeleien hat und die "wortkarge" Intellektuelle darstellt. Insgesamt ein "wohldurchdachter, facettenreicher Kolportageroman", lobt der Rezensent.
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