Mit einem Nachwort von Karl-Markus Gauss. Als ein Kundschafter, der weiß, dass Europa größer ist als der machtgeschützte Raum der Europäischen Union, reist Balduin Winter durch böhmische, mährische und slowakische Landschaften und Bücher. In Feuilletons, Reportagen und Porträts wíederlegt er nationale Legenden genauso wie Mythen des Fortschritts.
Offensichtlich interessant und vielfältig findet Martin Droschke die Essaysammlung des in Fürth ansässigen Publizisten Balduin Winter zu Schriftstellern aus Böhmen, Mähren und der Slowakei. Winter ist nach Droschkes Meinung ein Experte für mittel - und südosteuropäische Literatur. Der Rezensent bezeichnet die besprochenen Dichter, politische Oppositionelle ebenso wie osteuropäische Beatniks, als "Charakterköpfe". Winter beschäftige sich unter anderem mit Jáchym Topol, Jan Patocka, aber auch Bohumil Hrabal, der nach Droschkes Meinung ein Repräsentant des "wilden, scheinbar unkontrolliert fabulierenden Sounds (ist), mit dem der Underground bis zum Zerfall des Ostblocks die Frühlingsgefühle der 68er hoch hielt".
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…