Bae Suah

Weiße Nacht

Roman
Cover: Weiße Nacht
Suhrkamp Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783518430170
Gebunden, 159 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Koreanischen von Sebastian Bring. Die 28-jährige Ayami ist Assistentin im einzigen Hörtheater von Seoul, nun wird es für immer geschlossen. Ohne eine Vorstellung davon zu haben, wie ihr Leben künftig aussehen soll, streift sie bis spät in die Nacht mit dem Theaterdirektor durch die Straßen der Stadt, sie suchen nach einer gemeinsamen verschollenen Freundin und sprechen über Lyrik, Teilzeitjobs und die Vergeblichkeit von Liebe. Am nächsten Tag verdingt sie sich als Dolmetscherin eines gerade angereisten Krimiautors, sie sprechen über Literatur, Fotografie und die Vergeblichkeit, in den Norden zu reisen. Und während die Sommerhitze Seoul in einen Tempel betäubender Mattigkeit verwandelt, hält allmählich die Vergangenheit Einzug und lässt die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Traum zerfließen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.08.2021

Rezensent Martin Oehlen rät dem Leser von Bae Suahs Roman zu surrealistischem Verständnis. Solcherart gewappnet gehen die morbide Atmosphäre, die geisterhaften Wiederholungen, Motive und Metaphern und die seltsamen Begebenheiten im Text dem Leser wohl besser ein, glaubt Oehlen. Was dem Roman an Handlung abgeht, macht er durch Stimmungen wett, findet Oehlen. Seoul ähnelt hier einem Lebewesen, staunt Oehlen, und die Macher eines Hörtheaters für Blinde, um die Suahs Texte sich dreht, können auch mit einem Nagel im Kopf munter weiterreden.
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