Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2000
Das Original des Romans ist im Jahr 1968 erschienen - und der Rezensent Boubacar Boris Diop nimmt die soeben erschienene zweite Auflage der deutschen Übersetzung zum Anlass, auf dieses "epochemachende Werk" des ghanesischen Schriftstellers Ayi Kwei Armah aufmerksam zu machen. Er weist darauf hin, dass der Roman mit seiner gnadenlosen Kritik am Korruptionssumpf in Ghana bei seinem Erscheinen für erbitterte Reaktionen sorgte - heute aber, so der Rezensent, werde die Hellsichtigkeit des Autors deutlich. Mit dem namenlosen Protagonisten, der seine Würde inmitten des Verfalls zu wahren sucht, sei eine exemplarische Verkörperung des marginalisierten Widerstands gelungen. Der Roman verweigere jeden "ästhetischen Filter", sondern ziele in ungeschönten "knappen, trockenen Sätzen" auf das Wesentliche. Noch heute sei der im angelsächsischen Raum berühmte Autor unversöhnt - doch der Rezensent betont zum Abschluss seiner Hymne auf dieses Meisterwerk, dass aus einigen der "Erniedrigten und Beleidigten" leise die Stimme der Hoffnung spreche.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…