Axel Spilcker

Hitlers Gefolgsmann

Robert Ley - mein Großvater, der Kriegsverbrecher
Cover: Hitlers Gefolgsmann
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2026
ISBN 9783462012491
Gebunden, 320 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Robert Ley war Reichorganisationsleiter der NSDAP und baute die Deutsche Arbeitsfront zum größten NS-Verband auf. Nach dem Krieg war er im Nürnberger Prozess einer der 24 Hauptangeklagten. Sein Enkel Axel Spilcker erzählt nun die Lebensgeschichte seines Großvaters und die seiner Familie. Wie geht man mit einem solchen Erbe um? Einem Urteil in den Kriegsverbrecherprozessen entzieht sich Robert Ley 1945 durch Selbstmord. Achtzig Jahre später, in einer Zeit, in der die Demokratie wieder unter Druck steht, macht sich sein Enkel auf Spurensuche. Axel Spilcker erzählt vom Aufstieg des Robert Ley in den innersten Kreis um Hitler, von Intrigen, Korruption und fanatischem Antisemitismus. Von der ersten Frau und der zweiten, der von Hitler gefeierten Sopranistin Inga Ley, die in Morphiumsucht und Depressionen versank und sich 1942 das Leben nahm. Von seinem Vater, der mit dem Erbe nicht umgehen konnte und die Familie verließ. Von seiner Tante, einer anerkannten Professorin und Feministin, die den Vater bis zu ihrem Tod verehrte. Von einer Familie, die ihren Namen änderte, von Gier, Hass, Flucht und Versuchen der Befreiung.Basierend auf exklusiven Dokumenten, darunter die unveröffentlichten Memoiren von Robert Leys letzter Partnerin, schreibt Axel Spilcker eine deutsche Chronik und eine besondere Familiengeschichte, deren Fragen bis in die Gegenwart reichen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.07.2026

Rezensent Robert Probst liest den Blick des Journalisten Axel Spilcker in die dunkle Vergangenheit seiner Familie mit Grausen. Dass Schuld, Scham und Schweigen im Umgang mit der Nazi-Vergangenheit auch in der dritten und vierten Generation bestimmend sind, erfährt Probst, wenn der Autor von seinen Recherchen berichtet. Als Enkel des Reichsorganisationsleiters Robert Ley tastet sich Spilcker zurück, trifft auf Angst vor Sippenhaft, einen verklärenden Umgang mit der NS-Last und eine "komplizierte" wie "tieftraurige" Familiengeschichte, erklärt Probst. Für den Rezensenten eine beispielhafte Erzählung und ein mutiges wie wichtiges Buch.