Herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort von Jost Schillemeit. "Nachtwachen. Von Bonaventura" - unter diesem Titel erschien 1804 anonym ein Buch, das im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt wurde und seit 1877 in immer neuen Nachdrucken erschien. Als mutmaßlichen Verfasser nahm man unter anderem Schelling, E.T.A. Hoffmann und Brentano an. Erst 1973 gelang Jost Schillemeit die eindeutige Identifizierung des Braunschweiger Literaten und Theaterdirektors August Klingemann als Verfasser. Von Klingemann stammt auch das ebenfalls anonym erschienene kleine satirische Lustspiel "Freimüthigkeiten", das in Ton, Stil und Stoff deutlich an die "Nachtwachen" erinnert. Beide Texte folgen in Wortlaut, Orthographie und Interpunktion den Erstdrucken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2012
Alexander Košenina zeigt sich erfreut über diese Neuausgabe der "Nachtwachen" und "Freimüthigkeiten" von August Klingemann. Die Germanistik hatte nach seinen Angaben lange gerätselt, wer Autor der "Nachtwachen" war, bis 1987 feststand: dahinter steckt August Klingemann. Entschlüsselt hatte das Rätsel der Germanist Jost Schillemeit (1931 bis 2002). Die vorliegende Ausgabe von Klingemanns Texten stellt in den Augen des Rezensenten eine Gedenkedition für den Germanisten dar. Entsprechend bietet der Band auch Schillemeits instruktives Vorwort sowie dessen ebenso instruktive, wenn auch knappe Erläuterungen. Über die "Nachtwachen" scheint Košenina viel gesagt, daher richtet er seinen Blick auf die Posse "Freimüthigkeiten", ein Lustspiel, in dem Klingemann sämtliche Konventionen des traditionellen Theaters über Bord wirft und mächtiges "Tohuwabohu" entfesselt.
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