Aus dem Amerikanischen von Brigitte Jacobeit. Clare fällt aus allen Himmeln, jedes Mal aufs Neue, wenn Henry vor ihr steht. Denn Henry ist ein Zeitreisender. Plötzlich und unerwartet stürzt er los in eine andere Zeit, aber immer wieder landet er bei Clare, Clare als Kind, als Geliebte und Mutter der gemeinsamen Tochter Alba, Clare als alte Frau, aber da ist er schon lange tot. Seine Zeitreisen sind das Geheimnis, das die Liebenden mit jeder Trennung noch inniger vereint.
Nicht gerade begeistert äußert sich die Rezensentin Marion Lühe über Audrey Niffenbergers Roman, der über lange Zeit die amerikanische Bestseller-Liste beherrschte. Das Ganze kommt für die Rezensentin wie ein "Grenzgänger zwischen Science-Fiction und Liebesdrama, Märchen und Reality-Show" daher, mit "absurder" und "in sich nicht immer schlüssiger" Handlung: Henry De Tamble leidet an einer genetischen Krankheit, die ihn ab und zu in seine eigene Vergangenheit zurückschickt, und so begegnet er einer Frau, die ihn schon lange kennt und auf ihn wartet, weil er ihr schon in ihrer Kindheit einige Male begegnet ist. Damit auch klar ist, was wann spielt, statte Niffenegger die Szenen mit "gut sichtbaren Reliquien aus der Popgeschichte" aus - wahrscheinlich im Hinblick auf eine Hollywood-Verfilmung, wie die Rezensentin spöttisch bemerkt (die Filmrechte sind in der Tat schon verkauft). Doch auch sprachlich sei nicht viel los: "erprobte Redewendungen", ab und an mit lyrischem Pomp angereichert (etwa wenn Henry im Augenblick seines Todes denkt: "Dasein entspringt mir im Herzen"). Besonders unbekömmlich aber findet die Rezensentin Niffenegger trivialphilosophische Anläufe, die sich vor keiner noch so plakativen Formel scheuen.
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