Asfa-Wossen Asserate

Draußen nur Kännchen

Meine deutschen Fundstücke
Cover: Draußen nur Kännchen
Scherz Verlag, Frankfurt am Main 2010
ISBN 9783502151579
Gebunden, 189 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Asfa-Wossen Asserate zeichnet ein Porträt seiner deutschen Wahlheimat, ihrer Bewohner und ihrer Eigenheiten ganz persönlich und aus vielen überraschenden Blickwinkeln, in unterhaltsamen Anekdoten und Ausflügen in die Geschichte. Seine Sichtweise ist keineswegs unkritisch, aber immer wohlwollend. Mit Nachsicht blickt er auf unsere Schwächen, stolz unterstreicht er Stärken, und aus jeder Zeile spricht seine Zuneigung zu diesem Land, das er in der Zeit seines Exils kennen und schätzen gelernt hat. "Draußen nur Kännchen" ist eine Hommage an Deutschland aus der Sicht eines "Zugereisten", der hier Wurzeln geschlagen hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2010

Verena Mayer hat sich mit Vorfreude auf Asfa-Wossen Asserates Buch über Deutschland und die Deutschen gestürzt, da sie dessen Vorgängerbuch "Manieren" so begeistert hat. Als äthiopischer Prinz, der als Student Ende der 60er Jahre nach Deutschland kam und wegen des Militärputsches nicht mehr zurückkehren konnte, verfüge der Autor über den "Reiz des fremden Blickes" und kehre zudem ein traditionsreiches Genre um, nämlich den europäischen Blick auf Afrika in der Reiseliteratur, meint die Rezensentin. Umso enttäuschter ist sie, dass sie in dem Buch einen überhöflichen "Musterassimilierten" vorfindet, der die Geschichte als Anekdotensammlung benutzt und mit seiner Belesenheit auftrumpft. Was sie an "Manieren" so geschätzt hat, den "ironischen Charme der Betulichkeit" ist für sie hier zur reinen "Betulichkeit" zusammengeschrumpft und wimmelt zudem vor "Plattitüden", wie sie ernüchtert feststellt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.09.2010

Diese Buch kommt zur rechten zeit, meint Ulrich Stock, kann es doch dem durch allerlei Integrationsdebatten gebeutelten Deutschland als "Liebeserklärung mit Migrationshintergrund" Trotz spenden. Stock mag diesen äthiopischen Prinzen, der das deutsche Kaffeegedeck liebt, an der alten Rechtschreibung festhält und am liebsten mit dem Bummelzug durch die Provinz fährt (Pardon: Regionalexpress). Für den Höhepunkt des Buches hält Stock übrigens das Kapitel über Haustiere. Und ja, klar sei Asfa-Wossen Asserate sehr, sehr konservativ, sozusagen, wie Stock witzelt, ein "schwarz-rot-goldener Afrikaner".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2010

Nach seinem großen Erfolg von "Manieren" von 2003 hat der Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Asfa-Wossen Asserate jetzt eine anknüpfende Essaysammlung vorgelegt, die ein weiteres Zeugnis seiner Liebe zum "Dekorum des deutschen Kleinbürgertums" ablegt, stellt Felix Johannes Enzian durchaus eingenommen fest. Asserate wurde 1948 geboren und erlebte als Student im Exil die 68er in Deutschland, was vielleicht seine Vorliebe für das "Althergebrachte" erklärt, die man seiner Verteidigung des deutschen Bierbauchs, seinem Schwärmen für Kaffeegedecke und Häkeldeckchen ablesen kann, vermutet der Rezensent. Im Regal macht sich dieser Nachtragsband zu "Manieren" auch gut neben Montaignes' Essays oder neben Reisebeschreibungen Pückler-Muskaus, findet Enzian. Dass der Autor dem "sozialen Stil" im Nazideutschland auch im vorliegenden Band nicht nachgeht, fällt dem Rezensenten zwar auf, scheint ihm aber verständlich. Und im Zusammenhang mit "unterhaltsamer Salonliteratur", in die er diesen Band einordnet, hat nationalsozialistische Barbarei wohl auch nichts zu suchen, findet Enzian schließlich.
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