Armut in der Kunst der Moderne

Cover: Armut in der Kunst der Moderne
Jonas Verlag, Marburg 2011
ISBN 9783894454487
Kartoniert, 216 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Franziska Eißner und Michael Scholz-Hänsel. Mit 76 zum Teil farbigen Abbildungen. Von Käthe Kollwitz und Heinrich Zilles konträren Darstellungen des Berliner Milieus um 1900 über Arte povera und Sebastino Salgado bis hin zu Boris Mikhailovs fotografischen Inszenierungen nackter und kranker Körper von sozial Ausgeschlossenen weist die Kunst- und Kulturgeschichte eine Vielzahl oft widersprüchlicher Darstellungsarten auf. Die weitgehend am Institut für Kunstgeschichte der Universität Leipzig konzipierten Beiträge basieren auf einer gleichnamigen Tagung, die kurz vor 2010, dem "Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung" in Karlsruhe stattfand. Dem Autorenteam gehören neben Kunst- und Fotografiehistorikern auch ein Soziologe und ein Ausstellungsmacher an. Mit den Themenschwerpunkten "Schonungslose Bilder, Skandal und Zensur", "Armut und Medien", "Künstlerische Bekenntnisse zur Armut" und "Räume/Orte der Armut" sowie unter Einbeziehung umstrittener Begriffe wie "relative Armut" und "neue Unterschicht" liefert der Band einen ersten fundierten Überblick zu einem Arbeitsfeld, das in seiner Bedeutung viel zu lange unterschätzt wurde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.07.2011

Das Thema Armut und Kunst scheint Rezensentin Elke Brüns verbunden mit einer Fülle von Fragen, widersprüchlichen Meinungen und ambivalenten Gefühlen. Der von Franziska Eißner und Michael Scholz-Hänsel herausgegebene Sammelband über "Armut in der Kunst der Moderne" offeriert für sie in thematischen Schwerpunkten ein breites Spektrum künstlerischer Auseinandersetzung mit Armut, die den Betrachter herausfordern. Er verdeutlicht ihres Erachtens, dass Armutsrepräsentationen in der Kunst immer wieder "Fragen nach dem Zusammenhang von Ethik, Ästhetik und Engagement" aufwerfen. Neben den Armutsdarstellungen bei Zille und Käthe Kollwitz hebt sie die Fotoarbeiten von Dorothea Lange, Martin Parr und Boris Mikhailov sowie die Installationen von Santiago Sierra hervor. Deren so unterschiedliche Werke und Ansätze bei der Darstellung von Armut machen für die Rezensentin eines klar: dass Armut eine "spezifisch ästhetische Herausforderung" darstellt und zwar "nicht nur für Künstler, sondern für alle".
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