Im Auftrag des Kultur- und Bibliotheksamtes Steglitz-Zehlendorf von Berlin von Sabine Weißler. Anfang der Siebziger wird die Welt orange. Von den "Schockfarben" der späten Sechziger drückte diese Farbe einer ganzen Ära ihren Stempel auf. Das betrifft die Werbung, Mode, Innenarchitektur, das Design allgemein und den Alltag zwischen Creme 21, Sitzsack und dem ersten farbigen Telefon. Die Designgeschichte zeichnet Marion Godau nach. Die Generation der heute um die 50-jährigen schüttelte als Kinder das Grau der Drucksachen ab. Zeitschriften und Werbung wurden bunt. Das Farbfernsehen setzte sich durch, und den braunen Eichenschrankwänden der elterlichen Wohnungen entfloh man in immer greller werdende Jugendzimmer. Das Aufwachsen in Orange beschreibt Sabine Weißler in ihrer Objektbiografie. Ihre Generation erlebt heute, wie zwischen Hüfthose und Kettengürtel das Orange wieder die Farbe in den Zimmern und Schränken der eigenen Kinder ist. Das Leben in der Retrozeitschleife schildert Harald Martenstein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2006
Eberhard Rathgeb hat dem von Sabine Weißer herausgegebenen Buch über die Farbe Orange zwar nicht viel Neues entnehmen können, aber das ist gar nicht schlimm, wie er munter meint. Denn, so der Rezensent in seiner Kurzkritik, irgendwie passt es auch zu der Farbe, die in den 70ern schon mal mächtig in war und nun wieder im Trend liegt, denn mehr noch als revolutionär, wofür sie ja mitunter auch stehen kann, sei diese Farbe "lieb und nett" und lasse an Jugendlichkeit und "lauen Fahrtwind" denken, so Rathgeb nicht ganz ernst.
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