Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence. "In meiner Kindheit war ich als der Junge bekannt, dessen Mutter mit einem Engländer durchgebrannt war", so beginnt die Geschichte von Myshkin und seiner Mutter Gayatri. Es sind die dreißiger Jahre, Indien hadert mit der britischen Kolonialherrschaft. Da kommen zwei Fremde in den kleinen Ort am Himalaya, der deutsche Maler Walter Spies und eine Tänzerin, und Gayatri, die immer Künstlerin sein wollte, ergreift ihre Chance, der traditionellen Ehe zu entfliehen. Ein großes zeitgeschichtliches Panorama und die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau, die für ihre Kunst und Freiheit lebt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2020
Rezensent David Kampmann kann sich begeistern für die Melancholie des Helden in Anuradha Roys Roman. Anhand der Figur eines schwelgerischen Pflanzenliebhabers mit dem Namen eines Helden bei Dostojewski und einer eher traurigen Familiengeschichte schildert Roy laut Kampmann den Unabhängigkeitskampf Indiens, seine Regionen, Klassenunterschiede, Künstler, soziale und politische Umbrüche und Verhältnisse. Dass sie dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, scheint Kampmann gut zu gefallen.
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