Antonio Lobo Antunes

Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen

Roman
Cover: Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen
Luchterhand Literaturverlag, München 2008
ISBN 9783630872179
Gebunden, 541 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Portugiesischen von Maralde Meyer Minnemann. Der neue Roman des weltberühmten Schriftstellers beschwört eine Nacht herauf, in der niemand schläft eine Nacht, in der alles möglich ist, eine Nacht voller Stimmen und voller Einsamkeit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.06.2009

Uwe Stolzmann erkennt in Antonio Lobo Antunes' neuem Roman sowohl thematisch als auch formal die Eigenschaften, die ihn den portugiesischen Autor so hoch schätzen lassen. Der "Meister", wie der Rezensent ehrfurchtsvoll schreibt, lässt darin ungefähr acht Menschen eine Nacht hindurch ihren Erinnerungen nachgehen. Da ist vor allem ein namenloser früherer Polizist und Geheimdienstler der Salazar-Diktatur, der sich an seine sadistischen Folterungen, aber auch an das frühe Trauma vom Tod der Mutter erinnert. Genauso aber kommen Opfer des Regimes zu Wort, so Stolzmann, der dringend empfiehlt, das Buch zweimal zu lesen, damit sich die ganze Komplexität und die "Schönheit" der Komposition erschließt. Und schließlich verrät der tief beeindruckte Rezensent auch, was ihm erst spät bei der Lektüre klar geworden ist: dass der "Meister" hier Tote sprechen lässt, die nachts einem Mann namens Antonio Lobo Antunes ihre schrecklichen Geschichten anvertrauen.
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