Mit einem Vorwort des spanischen Comic-Historikers Luis Alberto de Cuenca. Aus dem Spanischen von A. Höchemer. Im Jahr 1970 debütierte der spanische Zeichner Antonio Hernández Palacios mit seinem Western "Manos Kelly" im spanischen Comic-Magazin Trinca, dessen Veröffentlichungen ihm zum Durchbruch verhalfen. Kurz darauf wurde die Serie bereits ins europäische Ausland exportiert, ab 1973 wurden die ersten beiden Alben auch in Deutschland veröffentlicht. Viele lange Jahre hat es gedauert, die Vorlagen für diese Edition zusammenzustellen - nun wird dem Wunsch vieler Fans endlich Rechnung getragen und eine Lücke in jeder Comic-Sammlung geschlossen. Der Prachtband versammelt neben allen vier Alben der Reihe zusätzlich eine nur selten gezeigte, 16-seitige Kurzgeschichte.
Christoph Haas stellt neue europäische Westerncomic-Veröffentlichungen vor. Neben dem neuen Comic "Buffalo Runner" des Franzosen Tiburce Oger kommt er dabei auch auf die deutsche Erstveröffentlichung des vier Alben umfassenden spanischen Klassikers "Manos Kelly" von Antonio H. Palacios zu sprechen. Dessen offenkundiger Patriotismus, was die Rolle der Spanier bei der Besiedelung Amerias betrifft, nimmt der Kritiker zwar noch schmunzelnd zur Kenntnis, findet es dann aber doch spannend, wie Palacios eine Zeit der USA in den Blick nimmt, in der die Amerikaner sich im wesentlichen noch als Migranten verstanden haben. Zudem imponiert ihm Palacios' Stil: Dieser "Meister der Schraffur" schafft Bilder, denen bei aller plastischer Präsenz dennoch eine leichte Qualität eignet. Dass für einige Seiten die historische Kolorierung abhanden gekommen ist, deutet der Kritiker deshalb als Glücksfall: Erst so komme Palacios' Stil voll zum Tragen.
Angesichts des neuen Bandes mit Geschichten um "Manos Kelly" war Timur Vermes zunächst skeptisch; zu viele alte Helden genügten bei neuerlicher Betrachtung nicht mehr seinen Ansprüchen. Anders bei Palacios' Westernsaga: Wer in diese keinen Blick werfe, verpasse etwas, meint Vermes und beginnt seine wortreiche Lobeshymne. Der Verzicht auf gerade Linien, Flächen und Punkte fasziniert den Kritiker, der Stil aus kurzen Strichen verleihe den Bildern etwas Morbides und zugleich Echtes. Actionszenen wie auch Landschaften würden gekonnt inszeniert, Tiere fantastisch gezeichnet. Auch seine Männergesichter zeichne der ehemalige Werbegrafiker Palacios mit suggestiver Kraft, "nachdenklich, verzerrt von Wut, aber auch von grenzenloser Dummheit, jubelnd, entsetzt, dämonisch oder ekstatisch schattiert". Allein in der Erzählung sieht Vermes Schwächen, "zu manchen Klischees kommt dann auch noch ein schwer erträgliches Gutmenschentum".
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