Der Autor untersucht, wie die professionelle Verwurzelung im Bereich Chemie durch unprofessionelle, aber biographisch bzw. lebenspraktisch relevante religiöse Themen bearbeitet wird. Die qualitativ-empirische Studie basiert auf dem Material von 31 Interviews mit Chemikern der deutschen und schweizerischen Industrie. Sie verbindet religionssoziologische mit religionswissenschaftlichen Fragestellungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2000
Jödicke untersuche "prägnant" den Gestaltwandel von Religiosität, meint Friedrich Wilhelm Graf in seiner Rezension. Mehr ausdrückliche Zustimmung erlaubt er sich nicht, doch bei der ausführlichen Nachzeichnung von Jödickes Methodik und seinen Schlußfolgerungen meint man, den Rezensenten ständig zustimmend nicken zu sehen. Jödicke, erfährt man, hat 33 Chemiker nach ihrer Religiosität befragt. Obwohl sie unterschiedlichen Glaubensrichtungen angehören, manche sogar die Kirche "innerlich verlassen" haben, zeige sich, dass alle Befragten ihre Ethik und Moral mit eindeutig christlichen Werten erklären. Daraus ziehe Jödicke den Schluß, dass Religiosität keineswegs nachlasse, wie "professionelle Kulturanalytiker" heute meist behaupten, sondern als "kulturelles Symbolsystem" weiterlebt. Ob Graf diese Schlußfolgerung teilt oder sie nur sympathisch findet, muß der Leser raten.
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