Annette Pehnt

Lexikon der Angst

Cover: Lexikon der Angst
Piper Verlag, München 2013
ISBN 9783492056137
Gebunden, 176 Seiten, 17,99 EUR

Klappentext

Die Angst ist ein Alleskönner, deshalb kennt sie jeder: Sie lähmt uns, sie hält uns den Spiegel vor, sie frisst uns auf, und sie befeuert uns. Dabei nimmt sie jede nur erdenkliche Gestalt an, lauert uns auf oder schlägt uns in die Magengrube. Annette Pehnt hat sie beobachtet und belauscht, sie kennt die Angst von A bis Z: Mit schriftstellerischer Leidenschaft nimmt sie alles auf in ihr "Lexikon der Angst", was das Leben zu bieten hat - von der Existenzangst bis zur Todesangst. Und in kurzen Geschichten lesen wir von leisen, lächerlichen, bestürzenden Momenten der Angst zwischen Müttern und Kindern, der Angst vor Tsunamis, der Finanzkrise und, natürlich, Fahrstühlen, Hunden und Einsamkeit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.01.2014

Ohne Angst ist in diesen Geschichten fast niemand, und so rät Kathleen Hildebrand denn auch davon ab, den Band von Annette Pehnt am Stück zu lesen. Es könnte Angst machen. Allerdings, so ganz treffend ist das alles nicht oder nicht mehr, wenn Pehnt in ordnenden "Mini-Exorzismen" von Ängsten erzählt, vor Milch, vor Stille, vor Aal. Wo bleiben Terror, Überwachung und Klimawandel, fragt sich die Rezensentin. Etwas gestrig auch Pehnts Sprache, die findet Hildebrand mitunter betulich.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2013

Ein Lesevergnügen mit hohem Wiedererkennungswert garantiert Wolfgang Schneider uns in seiner Besprechung von Annette Pehnts Lexikon, das, so gibt der Rezensent freudig Entwarnung, gar keines ist, sondern eine Sammlung von prägnant erzählten Geschichten über die kleinen, ausdauernden Ängste. Milchphobie etwa, oder plausibler, wie Schneider meint, Angst vor Nähe. Wie Pehnt psychologisch genau und effektvoll pointiert, ohne daraus einen psychologisierenden Krimi zu machen, beispielsweise vom Unbehagen im Frühling erzählt, erinnert Schneider an die von Botho Strauss in "Paare, Passanten" sezierten "Grimassen des Sozialen" und ist ihm das Prädikat "einer der schönsten Erzählbände des Jahres" wert.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2013

Angesichts des immer mehr ausufernden Umfangs neuerer Romane findet Rezensentin Ursula März es erfrischend, dass Annette Pehnt mit ihrem "Lexikon der Angst" mal wieder minimalistischere Prosaformen bemüht: die Kurznovelle und die Kalendergeschichte. Die sind in ihrem Buch amüsant in alphabetische Ordnung gebracht und erkunden die alleralltäglichsten Ängste und Zwänge, statt die übergewichtigen globalen Sorgenkinder einmal mehr anzuprangern, lobt die Rezensentin. Eine Frau wünscht sich, unsichtbar zu sein, damit sich niemand je an sie erinnert, ein Mann fährt lieber Zug, weil er die Statistiken für Autounfälle kennt, ein Kind fürchtet sich Nacht um Nacht vor dem Tod - Pehnt zeigt, wie die Angst noch in die "unauffälligsten Nischen des Alltagslebens" eindringt, so eine sehr eingenommene Rezensentin.