Das Leben ist kompliziert geworden. Das erfährt Anne Vogd am eigenen Leib, als ihre Tochter, die zum Studium in die weite Welt gezogen war, nach Hause zurückkehrt. Denn die mittlerweile 23-Jährige ist nicht mehr das unschuldige Mädchen von damals, sondern engagierte Verfechterin von Klima- und Geschlechtergerechtigkeit, Nachhaltigkeit und politischer Korrektheit - und Anne Vogd scheint auf einmal alles falsch zu machen. Die Spiele zwischen einer Boomer-Mutter, einem CIS-Mann (dem Vater) und einer woken Wutbürgerin beginnen also.
Wer nach einer ernsthaften Auseinandersetzung mit aktuellen Diskursen der woken Linken sucht - etwa zu Themen wie kultureller Aneignung oder Gendern, dem oder der empfiehlt Rezensentin Marie-Luise Goldmann wärmstens, dieses Buch besser nicht in die Hand zu nehmen. Zugegeben: Anne Vogds Zugang zur Generation Z hat durchaus etwas Erfrischendes - ist er doch ausnahmsweise von einer Art "liebevollem Befremden" motiviert statt einfach nur von Hass oder Angst. Es ist dies das Befremden einer Boomer-Mama gegenüber ihrer gerade mal 20-jährigen, aber schon über jeden moralischen Zweifel und jede politische Inkorrektheit erhabene Tochter. Doch leider erwächst offenbar auch aus diesem Befremden kein Interesse an Austausch und Verständigung, lesen wir. Stattdessen beschränkt sich die Autorin darauf, potenzielle Konfliktherde unter einer Flut von Pointen zu ersticken, oder, wie die Rezensentin es ausdrückt: "Streitvermeidung qua Belächeln". Da kann man nur hoffen, dass die Tochter eine rein fiktive ist - zu ihrem eigenen Wohl, aber auch, da sie sonst wohl das lebendig gewordene Klischee wäre, so die Rezensentin, die sich, obwohl selbst vor der Jahrtausendwende geboren, definitiv nicht kringelt vor Lachen.
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