Der Trotz hat ein veritables Image-Problem. Wer Trotz hört, denkt an schreiende Kinder, strampelnd auf dreckigen Supermarktböden. Gleichzeitig zeigt sich im Trotz aber auch positiver Widerstand. Darin liegen Widersetzlichkeit, Unerschrockenheit und sogar Mut. Einer Sache, einer Person oder gar dem Leben trotzen, ist es nicht das, was alle wollen? Ronja von Rönne durchleuchtet den Trotz und befreit ihn von seinen Vorurteilen. In ihrem persönlichen Essay eröffnet sie eine neue Perspektive und nimmt uns mit auf eine Reise durch Philosophie, Psychologie und ihre eigenen Erfahrungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.08.2023
Rezensent Harry Nutt hat für die Lektüre von Ronja von Rönnes Buch in etwa so lange gebraucht, wie für eine Folge ihrer "Street-Philosophy" Reihe auf Arte. Überhaupt ähneln sich die Formate: sie sind geprägt von der Neugier und Unerschrockenheit ihrer Moderatorin/Autorin, gehen aber auf der anderen Seite nicht besonders in die Tiefe, meint Nutt. Die guten Passagen des Buches regen den Rezensenten dazu an, die "positiven Energien des Trotzes" für sich zu entdecken. Zwar erhalten die Leser auch Einblicke in die düstereren Seiten von Rönnes Persönlichkeit. Auch die Geschichte über Rönnes Freund Martin lässt den Rezensent Tragisches ahnen. Allerdings wird der flapsige Jargon der "existenziellen Dringlichkeit" dieser Themen nicht ganz gerecht, schließt der Kritiker.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.08.2023
"Grandios gescheitert" ist Ronja von Rönne mit ihrem Buch über Trotz, meint Rezensentin Elke Heidenreich. Sie zitiert ausführlich misslungene Sprachbilder, weist der Autorin nach, ihre Definition von Trotz als Form der Selbstbehauptung aus der Wikipedia abgeschrieben zu haben, und lernt schließlich, dass es sich hier offenbar um eine persönliche Verteidigungsschrift handelt, weil die Autorin 2015 wegen eines Artikels über Feminismus in Ungnade gefallen war. Kurz, das ganze Buch ist für die nur leicht gerührte Heidenreich eine Trotzreaktion. Gewiss, sie findet in dem flapsigen Text hin und wieder eine gute Formulierungen, aber dennoch: ein wenig durchdachtes, "völlig überflüssiges Buch", findet sie.
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