Anne Sexton

Ich bin wie ein lebender Stein

Ein akustisches Porträt
Cover: Ich bin wie ein lebender Stein
Steinbach Sprechende Bücher, Schwäbisch-Hall 2000
ISBN 9783886989164
CD, 17,84 EUR

Klappentext

72 Min., gelesen von Corinna Harfouch und Stefan Benson. Musik von Vlatko Kucan. Bis hin zur Selbstzerstörung forschte die amerikanische Lyrikerin Anne Sexton nach den Wurzeln ihrer Identität. Sie machte die eigene Persönlichkeit zum Mittelpunkt eines lyrischen Werkes, das sie zum unumstrittenen Star der "confessional poets" werden ließ.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.11.2000

Rolf Michaelis bespricht zwei Hörbücher, die auf sehr unterschiedliche, aber in beiden Fällen zu empfehlende Weise Dichtung präsentieren:
1) Bruno Ganz: "Wenn Wasser wäre" - T.S. Eliot`s "Das wüste Land"; Giorgos Seferis "Gedichte"
Begeistert begrüßt Rolf Michaelis die Tatsache, dass Bruno Ganz nach 15jähriger Pause wieder ein Hörbuch aufgenommen hat. Ganz lese nicht nur, er spreche und spiele sie auch, die fünf großen Gedichte aus dem Eliot-Epos "Das wüste Land", schwärmt der Rezensent, der die Wandlungsfähigkeit des Schauspielers bewundert, dem es gelinge aus dieser Mischung von Kneipenjargon und alttestamentlichen Ton ungeheure Nuancen herauszuholen: Michaelis schwelgt in "symphonischer Fülle". Als geglückte Zusammenstellung bezeichnet der Rezensent auch den zweiten Teil des Hörbuchs, der dem griechischen Dichter Seferis gewidmet ist, der nämlich wiederum Eliot ins Griechische übertragen haben soll. Eine liebevoll und sorgfältig aufbereitete Edition, schreibt Michaelis, zu der ein 86 Seiten umfassendes Begleitbuch gehört, die einen Text von Bruno Ganz, Fotos und Handschriften enthält.
2) Anne Sexton: "Ich bin wie ein lebender Stein"
Nach Michaelis erstellt dieses Hörbuch "ein akustisches Porträt" der amerikanischen Dichterin, die sich 1974 im Alter von 46 Jahren das Leben genommen hat. Man erfährt bei Michaelis mehr über dieses in Panik geratene Hausfrauenleben, das auf Rat eines Psychologen nach einem psychotischen Schub ans Schreiben gerät. Aber, und darin lag die Tragik der jungen Dichterin, schreibt Michaelis, das Schreiben hatte auf Sexton keine befreiende Wirkung, sondern führte sie nur noch weiter in die Krise. Briefe und Gedichte von Sexton hätten Wolfgang Stockmann als Grundlage für dieses akustische Porträt gedient, dem die Sprecher Corinna Harfouch und Stephan Benson nach Michaelis Lebendigkeit verliehen haben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.04.2000

Kolja Mensing bespricht zwei CDs (beide aus dem Verlag Steinbach Sprechende Bücher/edition voices) mit Texten der amerikanischen Dichterin Anne Sexton. Auf beiden CDs sind die Lesungen mit Musik unterlegt.
1) Anne Sexton: "Ich bin wie ein lebender Stein", gelesen von Corinna Harfouch
Harfouch spricht die Texte "dunkel, rauchig und angemessen verzweifelt", lobt Mensing. Auch die Musik gefällt ihm, die den Text mit "sanften Farben" unterlege. Besonders hat es Mensing "Die Ballade von der einsamen Masturbation" angetan. Wie Harfouch das lese, sei "richtig sexy".
2) Anne Sexton: "Verwandlungen", gelesen von Hannelore Elsner
Elsner lese die Nachdichtungen von zehn Grimm-Märchen mit "ihrer schönen Stimme" so, als mache ihr die Sache Spaß, meint der Rezensent. An den Nachdichtungen gefällt ihm, dass Sexton Details z. B. über Rapunzels Haar - `so fest wie eine Hundeleine` - erzählt, die die Gebrüder Grimm ausgelassen haben. Auf das "aufgekratzte und reichlich unmotivierte Geraschel des Percussionisten" hätte Mensing allerdings gern verzichtet.
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