Einen "verzückend frei flottierenden Assoziationsdrang" macht Nicolai Kobus in den Gedichten Monika Rincks ausfindig. Den Titel des Bandes, "Verzückte Distanzen", versteht Kobus als "entrückte Perspektiven". Er bescheinigt Rinck, die "kleinen großen Verschiebungen" zu beherrschen, "die einem guten Gedicht die entscheidende Wendung geben". Was damit gemeint ist, verdeutlicht er am Beispiel des Gedichts "trainingsziele": dieses hebe an als eine Art pubertäres Protokoll diverser Liebschaften in einem Ruderverein, wechsle dann die Sportart sowie den Ort des Geschehens vom Wasser draußen ins Innere einer Mehrzweckhalle, und ende mit einer ziemlich abgebrühten Anspielung auf eines der Bennschen Morgue-Gedichte: "ach. wie die blauen matten quietschten!" (Rinck) Insgesamt hält Kobus den Band für recht gelungen. Die Gedichte würdigt er als "gute Texte, eigentlich". Für seinen Geschmack findet sich ein wenig zu viel "Beziehungskram" darin. Dagegen hätte er sich etwas mehr von dem "verzückend frei flottierenden Assoziationsdrang" in manchen Gedichten gewünscht.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…