Die Gedichte in seinem neuen Band sind lebensbang und auf Abschied gestimmt, die Motive kommen aus "fortschreitender Desillusionierung, Trauer über die unaufhaltsam dahinrasende Zeit" (Michael Braun). Rolf Haufs bewundert die Balance zwischen Trauer und Lebenswut bei dem Expressionisten Trakl. Lakonie hält diese Pole in Haufs Gedichten auf auf Augenhöhe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.05.2003
Für Nico Bleutge klingen im Titel des neuen Gedichtbandes von Rolf Haufs Brechts "Mühen der Ebenen" an. Der 25-teilige Zyklus "Ebene der Fluss" bildet den melancholisch grundierten Kern des Buches, so Bleutge, rufe jedoch auch ganz andere Assoziationen hoch, meint Bleutge: vor allem an die Vergänglichkeit des Lebens, des eigenen Körpers. Die Kunst Haufs' bestünde im selbstironischen Vers, besser: im selbstironischen Schnörkel, schreibt Bleutge, die sich dadurch manifestiere, dass der Autor Gegensätze in einem Atemzug zu nennen vermöge. Ein Beispiel: "Endlichkeit! Auf zu den Märchen", zitiert Bleutge aus dem Gedichtband. Wo solcherlei Relativierungen fehlten, meint der Rezensent, ginge auch das Spielerische der Verse verloren; dann vernehme man nicht mehr als zivilisationskritisches Raunen, kritisiert er verhalten und atmet auf: meistens lasse die Selbstironie den Autor nicht im Stich, zu der sich allerdings eine gewisse Nüchternheit hinzugesellt habe.
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