Anna Gavalda

Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet

Erzählungen
Cover: Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet
Carl Hanser Verlag, München - Wien 2002
ISBN 9783446201309
Gebunden, 167 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Ina Kronenberger. Sie haben Ihr erstes Date und es verläuft fabelhaft, bis sein Handy klingelt. Er geht nicht dran, aber während er Ihnen in den Mantel hilft, wirft er einen verstohlenen Blick auf das Display. Der Mann ist passe...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.04.2002

Ursula Pia Jauch bespricht Erzählungen von Anna Gavalda, die in der französischen Presse hoch gelobt werde. Die Erzählungen zeichneten sich dadurch aus, so die Rezensentin, dass sie letztlich "Momentaufnahmen" des Alltags seien. Es gehe um ganz normale Menschen, ihre Ängste und Hoffnungen und die kleinen Brutalitäten des Alltags. Und all dies sei auch in der Umgangssprache des Alltags geschrieben, wobei die Übersetzung von Ina Kronenberger diese adäquat wiedergebe. Die Autorin versteht es, so Jauch, Stimmungen heraufzubeschwören, ohne jemals zu ausschweifend in ihren Beschreibungen zu werden. Trotz aller Alltäglichkeiten fehlen aber auch gewisse Überraschungsmomente in den Erzählungen nicht, lobt die begeisterte Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.03.2002

Den Deutschen steht zur Zeit der Sinn nach leichter Unterhaltung, stellt Ijoma Mangold fest. Da passt der Band mit Erzählungen der jungen französischen Schriftstellerin Anna Gavalda ganz prima ins Konzept, meint der Rezensent - aber er kann sich darüber aber trotzdem nicht recht freuen. Die Geschichten über fast perfekte Rendevous, saturierte Ehepaare, blasierte Rockstars und weitere aus der "wohlsortierten Bandbreite unserer Gemütszustände" seien zwar allesamt sehr liebenswürdig, pfiffig, zart und verschmitzt, aber mehr eben auch nicht. Sie hat die "immer gleichen Tricks" der Lakonie durchschaut, bedauert der Rezensent, der sich dann so richtig nicht mehr amüsieren können.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.02.2002

Mal was gutes Leichtes lesen? Heidenreich, Schmitter, Naters jedoch lieber nicht? Reinhard Baumgart weiß da was. Dieser Band mit "Miniaturdramen" nämlich hat es ihm angetan. Das ist leicht und trotzdem gut, schwärmt er und vergleicht die Autorin mit Sagan und Marivaux! Eine Komödiantin, diese Gavalda! Und nie, nie langweilig. Liegt es an der Kürze der Erzählungen oder an den raschen Schwenks vom Tränenseligen zum Bösartigen? Wie auch immer, Gavalda, so Baumgart, ist schnell und genau (wie ihre Übersetzerin), zeichnet bald Moritaten, bald Zeitgeist-Sketche, bald im Stil trauriger Chansons, bekümmert, amüsiert und, und, und. Dass sie dabei keine ihrer Figuren verrät, nicht mal die lächerlichen, krönt ihr Talent. "Ich wünsche mir...", denkt der Rezensent. Ach, er ist wunschlos.
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