Eigentlich wollte der 77-jährige Aschmann seine Lebensgeschichte aufschreiben, doch die junge Katja, seine neue Untermieterin und gleichzeitig seine Haushälterin, überzeugt ihn rasch, dass diese Memoiren nun wirklich keinen Menschen interessieren. Wie Recht sie hat, erkennt Aschmann bald, denn seit Katja bei ihm wohnt, geschieht einiges in seinem Haus, was sich geradezu aufdrängt für eine Romanhandlung: Katja hat ihren früheren Geliebten Falk ausgerechnet in dieser Kleinstadt wieder getroffen, verheiratet und mit Kind. Das ergibt eine Liebesgeschichte, die zu schreiben sich Aschmann sofort hinsetzt. Doch während Aschmann an seinem neuen Projekt sitzt, widmen sich Katja und Falk konkreteren Dingen: Aschmann scheint Geld zu haben, und er hat ein Geheimnis, das zu entdecken sich für beide lohnen müsste. Aber zusammen dürfte es nicht gehen, denn Falk wir mit niemanden teilen wollen und Katja lässt sich nicht nochmals von Falk versetzen. Was geschieht, erzählen Aschmann, Katja und Falk je aus ihrer Perspektive.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2000
Martin Zingg referiert zunächst über die Handlung des Romans, in dem es anscheinend vor allem um Intrigen geht. Da ist der reiche, alte Aschmann, seiner junge Haushälterin und deren (Ex- ?) Geliebter. Auch ein Roman im Roman spielt eine Rolle, geschrieben von Aschmann selbst, und die Protagonisten sind die beiden jungen Leute, die es - wen wundert`s - auf sein Geld abgesehen haben. Das alles findet Zingg "raffiniert und amüsant" geschildert. Vor allem gefällt ihm, dass die Figuren "aus ihrer Perspektive" erzählen - oder auch manches nicht erzählen. Da wird intrigiert, getäuscht und hinters Licht geführt wie "auf einer kleinen Bühne". Lediglich die Selbstreflexion der Personen findet Zingg etwas verwirrend. Alles in allem hat er das Buch jedoch mit außerordentlichem Vergnügen gelesen, wie er betont.
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