Andres Barba

Katias Schwester

Roman
Cover: Katias Schwester
Antje Kunstmann Verlag, München 2003
ISBN 9783888973390
Gebunden, 219 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg. Katia und ihre Schwester leben mit ihrer Mutter in Madrid. Katia hat wenig Lust zu arbeiten, die kleine Schwester mag nicht in die Schule gehen, die Mutter immerhin geht einer geregelten Arbeit nach: Sie ist Prostituierte. Chronistin dieser merkwürdigen Familie ist Katias Schwester. Wenn sie nicht gerade auf den stets gleichen Wegen Touristen hinterherläuft, liegt sie bei ihrer Schwester im Bett und hört sich an, wovon die träumt: Von der großen Liebe zu Giac aus Italien. Da möchte Katia gerne hin. Geld muss her, und das verdient man schnell, wenn man gut aussieht wie Katia.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2004

Und so plätschert es dahin: wie in Andres Barbas Roman, so auch in Walter Haubrichs Besprechung desselben. "Katias Schwester", heißt es, sei eine "reichlich triste Geschichte", von der wenig in Erinnerung bleibe, am meisten noch ihre Blässe und die wie von Nebel verhangene Sicht der graumäusigen Titelfigur auf ihre schöne Schwester und ihre Mutter. Am Ende sind alle drei um Illusionen ärmer und mummeln sich ein ins kleine Glück, konstatiert der Rezensent, der bei so viel milder Trübe gar keinen Einspruch mehr erheben mag. Eines dieser Bücher über diese "kleinen Themen" halt, verfasst von einem Autor, der, wie könnte es anders sein, "kein brillantes, auch kein sehr eigenständiges Umgangsspanisch" schreibt, das aber immerhin "in ein flüssiges, gut lesbares Deutsch übertragen wurde". Tja, so ist das.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.01.2004

Eine "leichtfüßige Weltschwere" macht Christian Schütte als das Markenzeichen dieses Romans des spanischen Autors Andres Barba aus. Erzählt wird eine Geschichte aus der "Hölle der vaterlosen Familie" im unteren Spanischen Großstadtmilieu. Die Personen: eine verwirrte Gromutter, eine streitsüchtige Mutter, die ihr Geld auf der Straße verdient, die junge schöne Katia und deren etwas plumpere kleine Schwester. Alle sind sie - oder waren auf der Suche nach dem Glück, das sich doch, ach, nicht erzwingen lässt. Den Ton des Romans beschreibt der Rezensent als merkwürdig sicher, abgeklärt fast, Barbas Stil als sinnenfroh, doch seltsamerweise nicht sinnlich. Selbst die Passagen aus dem Nachtclub, in dem Katia schließlich tanzt, haben nichts Laszives. "Geilheit, Dreck, Schmutz, das Verhängnis des Niederen, die ganze Wucht der schäbigen Wirklichkeit werden getilgt", schreibt Schütte, unsicher, ob er dies für einen Gewinn halten soll. Einzuwenden hat er auch gelegentliche "Sofies Welt-hafte" Banalitäten und das "verschwätzte Zuschütten von Fantasieräumen.

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