Andrej Seuss

Nur das Eine, furchtbare - Andreas ist tot!

Die kurze Freundschaft zwischen Albert H.Rausch und Andreas Walser
Cover: Nur das Eine, furchtbare - Andreas ist tot!
edition clandestin, Biel 2019
ISBN 9783907262009
Gebunden, 132 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Vera Kappeler. Mit Abbildungen. Der junge Künstler Andreas Walser (1908-1930) zieht von Chur nach Paris um Maler zu werden. Er lässt sich von der Stadt einsaugen und findet schnell Anschluss in die Pariser Künstlerszene, wo er verschiedene Kunstströmungen kennenlernt und mit Picasso, Kirchner und Giacometti korrespondiert. Er wird von einem enormen Schaffensdrang getrieben, nimmt Drogen und lebt maßlos. Der Schriftsteller Albert H.Rausch (1882-1949) trifft den wesentlich jüngeren Mann im Getümmel der Großstadt. Das Buch gibt Einblicke in die Begegnung zweier bekennender Homosexueller, die einen Hang "zum Entrückten, zur totalen Hingabe, zum Genialischen und zur Romantik" haben. Andrej Seuss schildert die Freundschaft und den künstlerischen Austausch sowie die dramatischen Ereignisse anhand von ihrem Briefwechsel und man erfährt, wie Rausch vergeblich versucht hat, Walser von den Drogen zu retten und wie er nach dessen Tod um sein Andenken bemüht war.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.02.2020

Ohne jede Wertung der Literatur des Literaten und der Bilder des Malers, um die es hier geht, schreibt Rezensent Klaus Nissen über dieses Buch zur Beziehung von Albert Rausch und Andreas Walser. Immerhin war Rausch einmal ein bekannter Schriftsteller, so erfahren wir hier, der sich 'offen schwul" in der Bohémewelt seiner Zeit bewegte. Ob der Maler Andreas Walser schon zu Lebzeiten anerkannt war, erfahren wir leider nicht. Jedenfalls verband die beiden eine offenbar mal große, dann eher wieder kleine Liebe. Aber so ganz verstehen wir dennoch nicht, warum uns dieses "bewegte Seitenkapitel der Literaturgeschichte", so Nissen, interessieren muss. Vielleicht, weil Rausch eine politisch eher ambivalente Figur war - kein Demokrat, wie Nissen schreibt, aber einige italienische Gemeinden rettend, als die Nazis dort Mordaktionen planten? Oder vielleicht, weil die nachgelassenen Bilder des früh an einer Drogen-Überdosis gestorbene Walser  zunehmend hoch gehandelt werden? Der Kritiker bleibt uns die Antwort schuldig.

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