Klappentext
Fünfzig Jahre nach ihrem Tod fordern Ingeborg Bachmanns Briefe eine neue Perspektive auf Leben und Werk dieser Autorin, die uns heute aktueller denn je erscheint. Andrea Stolls Biografie beleuchtet das unübersehbare Spektrum Bachmann'scher Ambivalenzen von seinen Ursprüngen her und führt uns vor Augen, wie diese ikonische Dichterin in eine Spirale von Selbstinszenierung und Selbstzerstörung geraten konnte. Dabei stützt Stoll sich neben wissenschaftlichen Recherchen auf Gespräche mit Zeitzeugen und die Auswertung jüngst veröffentlichter Briefe und Tagebucheinträge. Der erfahrenen Bachmann-Forscherin gelingt so eine erste umfassende Biografie, die viele Rätsel dieses Lebens von den Anfängen bis zu ihrem Ende offenlegen kann.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2026
Rezensentin Tina Hartmann anerkennt Andrea Stolls Bachmann-Biografie als eine mit aktuellen Forschungsergebnissen vertraute Studie über ein Frauenleben, das weniger an Armut oder Beziehungen, als an den "unlebbaren" Ansprüchen einer Frau an ein autonomes wie genussreiches Autorinnenleben zerbrach. Stoll zeigt Bachmann als "kompromisslos", aber nicht als Opfer, so Hartmann. Mit seinen Werkanalysen taugt das mit biografischen Fakten wie mit historischen Kontexten gleichermaßen pralle Buch für Hartmann auch als Einführung. Ein Personenverzeichnis via QR-Code hält er dagegen für keine gute Idee.
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