Die Arbeit behandelt aus rechtsvergleichender und interdisziplinärer Perspektive die Frage nach dem Sinn und Zweck des Erbrechts und seiner Ausgestaltung. Anlass sind Vermögensbindungsmechanismen, die es dem Einzelnen zunehmend gestatten, sein Vermögen dem Erbrecht zu entziehen: Die privatnützige Stiftung in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und in einer wachsenden Zahl weiterer kontinentaler Rechtsordnungen, aber auch der dynastic trust in den Vereinigten Staaten und zahlreichen offshore-Jurisdiktionen ermöglichen es dem Vermögensinhaber, sein Vermögen generationenübergreifend eigenen Regeln - einem privaten Erbrecht - zu unterwerfen. Diese Mechanismen unterscheiden sich im Ergebnis kaum von längst überwunden geglaubten Rechtsinstituten wie dem deutschen Familienfideikommiss oder dem entail bzw. strict settlement des common law.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2014
Schlagend findet Peter Rawert, was der Zivilrechtslehrer Anatol Dutta in seiner Habilitationsschrift zum Thema Erbrecht aufschreibt. In die Debatte um die Vermögensnachfolge greift der Autor laut Rawert gekonnt und mit nie dagewesener wissenschaftlicher Gründlichkeit auf Basis von Erkenntnissen aus Rechtsgeschichte, Ökonomie und Sozialwissenschaft ein. Die vom Autor aufgestellten fünf Funktionen, durch die das Erbrecht unsere sozialen Systeme beeinflussen kann (Motivation, Umverteilung, Nachlassaktualisierung, Solidarität, Kontinuität), hält Rawert für nachvollziehbar. Duttas Darstellung der Diskussion um steuerliche Privilegien für mittelständische Unternehmen in diesem Zusammenhang findet er glanzvoll. Gut gefällt ihm auch Duttas Zurückhaltung bei der Bewertung von Regulierungsmaßnahmen gegen Erblassertricks, auch wenn er die vom Autor geforderte Revision des Erbrechts letztlich für unumgänglich hält.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…