Alfred Kolleritsch

Die Verschwörung der Wörter

Siebzig ausgewählte Gedichte
Cover: Die Verschwörung der Wörter
Residenz Verlag, Salzburg 2001
ISBN 9783701712472
Gebunden, 96 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

70 ausgewählte Gedichte. Mit einem Vorwort von Hans Eichhorn.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.10.2001

Zwei Gedichtbände von Alfred Kolleritsch bespricht Marion Löhndorf für uns: "Die Summe der Tage" (Verlag Jung und Jung) und "Die Verschwörung der Wörter" (Residenz-Verlag).
Die Rezensentin sucht nach den Themen und Bildern der mit den beiden Bänden vorgelegten Gedichte und findet sie zum einen in der Liebe und in der "Qual und Lust des Schreibens und Sprechens," zum andern in der, wenngleich domestizierten, Natur. Fasziniert scheint Löhndorf von der Art der Texte, zugleich preiszugeben und zu verhüllen, einfach zu beginnen und, wie sie's formuliert, schnell auf unzugängliche Pfade zu führen. Dass der Autor zudem den "gehobenen Ton" wagt und ihn auch souverän zu halten versteht, sich dennoch eines "eher fragenden und tastenden" Gestus' bedient - "inmitten der zeitgenössischen Lautheit," findet Löhndorf, das sei ein Gewinn.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2001

Anton Thuswaldner bespricht in einer Doppelrezension zwei Gedichtbände von Alfred Kolleritsch, von denen einer neue Gedichte enthält und der andere eine Auswahl aus den vergangenen zwanzig Jahren.
1.) Alfred Kolleritsch: "Die Summe der Tage"
2.) Ders.: "Die Verschwörung der Wörter. Siebzig ausgewählte Gedichte"
Der Rezensent geht dabei weniger auf die Bände im Einzelnen ein, sondern beleuchtet vielmehr Kolleritschs Stil im Allgemeinen, der nach seiner Aussage in mancher Hinsicht recht eigenwillig ist. Vor allem sind es zwei Punkte, die Thuswaldner hervorhebt: Zum einen das Staunen des Dichters, der Rätsel nie zu erklären oder gar zu lösen versuche, sondern die als "ungeklärtes, unklärbares Geheimnis" offen hält und die üblichen Gewissheiten ihrer Selbstverständlichkeit beraubt. Wichtig ist dem Rezensenten dabei zu erwähnen, dass Kolleritsch auch Verfestigungen und Schubladen in Frage stellt, dass er ein Skeptiker ist, und dass gerade dadurch seine Lyrik "so jung und unverbraucht" wirke. Zum anderen betont Thuswaldner die Distanz in den Gedichten. Sie wirken seiner Ansicht nach merkwürdig unnahbar, sie "funkeln uns an, aber zu nahe lassen sie niemanden an sich heran". Kolleritsch gehe "nicht auf die Menschen zu", um ihnen etwas von der Wahrheit zu zeigen: "er schreibt allein, was ihn bewegt". Der neue Gedichtband, der sich mit der Liebe befasst und nicht mehr - wie in den früheren Gedichten - philosophische Fragen im Mittelpunkt hat, unterscheidet sich von der bisherigen Lyrik Kolleritschs vor allem durch mehr Einfachheit, so die Diagnose Thuswaldners, dessen Rezension sich insgesamt wie eine leise Hymne an das Gesamtwerk des Dichters liest.
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