Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.06.2004
Wolfram Kinzigs Urteil über dieses Buch, das sich mit dem Kirchenvater Hieronymus befasst, ist zwiespältig. Zunächst einmal findet er es begrüßenswert, dass sich der Autor, der Münsteraner Patristiker Alfons Fürst, mit seiner Monographie gegen die gängige negative Einschätzung Hieronymus' als "misanthropischen Mönch und intriganten Parvenü" stellt. Fürst beschreibt den Kirchenvater als "begabten Philologen und glänzenden lateinischen Stilisten", der sich mit seiner Bibelübersetzung und -Exegese auf der "Höhe der Zeit" befand, betont der Rezensent. Dass das Buch keine "Biografie" sein will, sondern sich als "nach Sachthemen geordnetes Lesebuch" versteht, findet Kinzig grundsätzlich in Ordnung. Trotzdem hätte es seiner Ansicht nach nicht geschadet, eine eingehendere Lebensbeschreibung des Mönches aus Dalmatien anzubieten, die über die vom Autor auf drei Seiten skizzierte hinausgeht, nicht zuletzt, weil die letzte Hiernoymus-Biografie bereits an die hundert Jahre alt ist. Zu den "Stärken" der Studie zählt er dagegen das Kapitel über Hieronymus als Übersetzer und Exeget der Bibel, nicht zuletzt weil der Autor auch in die "komplizierten Probleme" der biblischen Überlieferung einführt, wie der Rezensent lobt. Insgesamt bietet dieses Buch einen "interessanten Einblick in die "Werkstatt" des Kirchenvaters, so der Rezensent anerkennend, der auch die nützlichen Quellentexte nebst deutscher Übersetzung, die Karten und insbesondere die "außerordentlich hilfreichen" Beschreibungen von mit Hieronymus verbundenen Personen lobend hervorhebt.
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