Alexis Schwarzenbach

Auf der Schwelle des Fremden

Das Leben der Annemarie Schwarzenbach
Cover: Auf der Schwelle des Fremden
Rolf Heyne Collection, München 2008
ISBN 9783899103687
Gebunden, 420 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen Abbildungen. und einer Audio-CD. "Das Leben zerfetzt sich mir in 1000 Stücke", schreibt Annemarie Schwarzenbach 1935 in einem Brief an Klaus Mann - düstere Zeilen für eine 27-Jährige. Dabei scheint die begabte Schriftstellerin und Tochter aus reichem Schweizer Elternhaus vom Glück eigentlich begünstigt: hochbegabt, von außergewöhnlich androgyner Schönheit und Melancholie - sie verdreht Männern und Frauen gleichermaßen den Kopf - und mit einer großen Leidenschaft für alles Fremde führt sie ein unangepasstes Leben. Mit ihrem Auto fährt sie von der Schweiz (!) nach Afghanistan, Indien, Iran und den Irak, wo sie auch einige Zeit lebt, sie arbeitet in Belgisch-Kongo und den USA. Ihre Erlebnisse hält sie in faszinierenden Fotografien und poetischen Texten fest, die international publiziert werden. Aber es gibt auch eine dunkle Seite: Exzesse, Drogen, Depressionen, immer wieder vermischt mit kreativen Schüben, ein Tanz auf einer schmalen Klinge, der immer wieder in Entzugskliniken und die Psychiatrie führt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2008

Nichts als Lob und Bewunderung hat Swantje Karich für diese Biografie, die Alexis Schwarzenbach über seine Großtante, die "Reiseschriftstellerin, bekennende Homosexuelle und kämpferische Antifaschistin" Annemarie Schwarzenbach geschrieben hat. Die Rezension des Bandes versteht sich gleichzeitig als Artikel zum 100. Geburtstag der vor 66 Jahren an den Folgen eines Fahrradunfalls gestorbenen Autorin. Viel ist deshalb vom Leben Schwarzenbachs die Rede, recht wenig vom Buch. Es geht um Schwarzenbachs Mutter, die selbst recht offen - und mit Wissen ihres Ehemanns - eine lesbische Beziehung lebte, die Homosexualität der Tochter dennoch nicht ertrug. Und um Schwarzenbachs unerwiderte Liebe für Erika Mann, mit der (und mit deren Bruder Klaus) sie an der Gründung des Kabaretts "Pfeffermühle" beteiligt war. Um Drogen geht es, den Schock über die Machtergreifung der Nazis, Schwarzenbachs "ausgefallene Schönheit", die unzähligen Fotos, die die Mutter von ihr machte. An Fotografien reich ist auch dieser Band, der zugleich der Katalog ist zur Schwarzenbach-Ausstellung "Eine Frau zu sehen", derzeit in Zürich, danach in München und Berlin. Und das alles, so Karich ist ein mehr als würdiges, nämlich ein "grandioses Denkmal" für die lange völlig vergessene, inzwischen aber wiederentdeckte Autorin.
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