Alexandre Marius Jacob

Arbeiter der Nacht

Erinnerungen eines Aufständischen
Cover: Arbeiter der Nacht
Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN 9783751810739
Gebunden, 200 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Daniel Fastner. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Andreas Gehrlach. Nicht erst seit dem spektakulären Diebstahl Mitte Oktober 2025, bei dem Maskierte Schmuck von unschätzbarem Wert aus dem Pariser Louvre klauten, sind Diebe in aller Munde. Bereits ab Anfang des 20. Jahrhunderts verbreiteten sich Geschichten von eleganten Draufgängern, von kaltblütigen Gangstern, die sich nahmen, was ihnen vorenthalten wurde, und von modernen Robin Hoods, die die Reichen bestahlen, um den Armen zu geben. Zu Letzteren zählte auch Alexandre Marius Jacob, der sich mit seiner Diebesbande, den "Travailleurs de la nuit", die Umverteilung zur Aufgabe gemacht hatte - weniger durch revolutionäre, gesamtgesellschaftliche Enteignung als durch eine allnächtliche Abschöpfung von Werten. Der dabei zur Anwendung gebrachte Humor und Einfallsreichtum inspirierte angeblich sogar Maurice Leblanc zu seinem Meisterdieb Arsène Lupin. Er bewahrte Jacob jedoch nicht vor einer langjährigen Haftstrafe, während der er seine Erinnerungen niederschrieb. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 03.07.2026

Rezensent Enno Stahl liest die Erinnerungen des französischen Anarchisten und Meisterdiebs Alexandre Marius Jacob mit Schmunzeln als aufregendes Zeugnis revolutionärer Aktion um 1900. Jacob selbst gefällt ihm mit seinem Humor und bringt ihn zum Nachdenken mit seinen Ansichten von Raub als Naturgesetz. Dass Jacob in Haft schließlich zugibt, Kriminalität bringe nichts ein, gefällt Stahl noch besser. Zuvor aber berichtet Jacob ausgiebig von seinen Raubzügen und Fluchten. Ein ungewöhnliches Buch, findet Stahl.