Die Erfahrung des Ersten Weltkriegs und der folgenden Revolution machten aus der westfälischen Pastorentochter Anna Siemsen (1882 - 1951) eine engagierte Pazifistin und Sozialistin. Die Probleme einer dauerhaften Friedensordnung und einer gerechten und mit lebendigem Geist erfüllten Demokratie bearbeitete Siemsen vor dem Hintergrund ihrer eigenen Liebe zur Literatur, ihres Studiums der Germanistik und ihrer Ausbildung zur Lehrerin. Der wachsenden Gefahr durch die verschiedenen antidemokratischen und faschistischen Bewegungen Europas stellte sie ihre Vision eines geeinten, föderalen Europas entgegen. Noch aus dem Exil heraus agierte sie in einem weit entfalteten Netzwerk für diese Idee.
Die Beiträge in diesem Band beleuchten die unterschiedlichen Aspekte im Leben und Werk Anna Siemsens und zeigen das auf dem öffentlichen Wort beruhende Engagement einer Intellektuellen, die gerade wegen ihrer Überzeugungen in Deutschland ausgegrenzt und fast vergessen wurde.
Mit Beiträgen von Alexandra Bauer, Wolfgang Keim, Francesca Lacaita, Christoph Sänger, Alexander J. Schwitanski und Marleen von Bargen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2017
Trocken hakt Gabriele B. Clemens die Lebensdaten der Erziehungswissenschaftlerin und sozialdemokratischen Politikerin Anna Siemsen ab, der nach einem Symposium nun auch dieser Sammelband gewidmet ist. Was diese Frau gesagt und gedacht und getan hat, erfährt man nicht. Das sei das Problem des vorliegenden Bandes, meint die Rezensentin: Egal ob die Beiträge Siemsens Schwierigkeiten als Remigrantin in Hamburg behandeln, ihre Europa-Vorstellungen oder ihre autoritätskritischen Pädagogik-Schriften, der Rezensentin erschließt sich Siemsens Bedeutung nicht. Ihr Werk erscheint Clemens auch weiterhin "diffus und wenig originell".
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