Im Schatten des Zweiten Weltkriegs versuchte die kroatische Ustaša-Bewegung, gewaltsam einen ethnisch homogenen Nationalstaat zu schaffen. Die Zerschlagung Jugoslawiens durch die Wehrmacht versetzte die Ustaša in die Lage, ein Terrorregime zu etablieren, das sich vornehmlich gegen Serben, Juden und Roma richtete. Damit entfesselte die Ustaša einen Bürgerkrieg, dem etwa 500 000 Menschen zum Opfer fielen. Alexander Korb fragt nach den Motiven, Interessen und Handlungsspielräumen der Ustaša, nach dem Verlauf des Gewalteinsatzes und nach dem Zusammenspiel von Bürgerkriegsdynamiken und Brutalisierung. Dabei beschreibt er eine komplexe Spirale der Gewalt, an der kroatische, serbische, deutsche und italienische Akteure beteiligt waren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2013
Alexander Korbs Studie zu den Gewaltexzessen der Ustaša in Kroatien zwischen 1941 und 1945 scheint Rezensentin Andrea Löw, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte in München, differenziert genug zu sein, um die Gewalteskalation gegen Serben als Grund auszuweisen für die radikale Politik gegen Juden und Roma in einem multiethnischen Raum wie Kroatien. Ferner erläutert ihr der Autor, wie Gewalt als Mittel zur ethnischen Neuordnung der Gesellschaft dienen konnte. Die vom Autor präsentierte Bilanz, sichtbar in den in die Hunderttausende gehenden Opferzahlen, findet Löw erschütternd.
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