15 Farb- und 29 Schwarz-Weiß-Abbildungen. Welche Symbolkraft von Bäumen ausging, welche mythischen, religiösen und philosophischen Vorstellungen seit der Antike mit ihnen verbunden sind, schildert Alexander Demandt in seinem neuen Buch. In einem Gang durch die Kulturgeschichte beschreibt er, welche Beziehung Griechen und Römer, Germanen und Slawen, die Menschen des christlichen Mittelalters wie der Neuzeit zu Bäumen entwickelten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2002
Das Verhältnis zwischen Bäumen und Menschen hatte in den siebziger Jahren bereits die Poststrukturalisten Gilles Deleuzes und Felix Guattari beschäftigt, weiß der Rezensent mit dem Kürzel "uha", der fest davon überzeugt ist, dass die beiden Philosophen an Alexander Demandts Kulturgeschichte des Baumes große Freude gehabt hätten. Denn der Berliner Althistoriker treibe mit "altväterliche Koketterie" die Verwandtschaft zwischen Mensch und Baum "auf die Spitze" und lasse das Herz des Lesers angesichts der Reichhaltigkeit von Zitaten und Verweisen höher schlagen, jubelt der Rezensent. Der geistesgeschichtliche Quellenreichtum drohe allerdings hier und da die chronologische Abfolge des Bandes zu sprengen, mäkelt "uha" doch noch ein bisschen, freut sich aber trotzdem über die Detailfülle des Bandes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2002
Sandra Kluwe versucht in ihrer Rezension einen Schnelldurchlauf durch die Kulturgeschichte des Baumes, wie sie der Autor in seinem Buch bietet. Sie lobt den Band für seinen Materialreichtum, der von der Genesis bis zur Gegenwart das Thema verfolgt. Besonders beeindruckt ist sie aber von dem Kapitel über die Glorifizierung der Bäume und des Waldes durch die Nazis, das sie als "informativsten" Teil des Buches lobt. Demandt gelinge das "Kunststück", über Bäume schreiben zu können, ohne die Verbrechen, die in ihrem Namen begangen worden sind, zu vernachlässigen, wie es Brecht in einem berühmten Gedicht beklagt hat, so die Rezensentin begeistert. Denn Brecht befürchtete in seinem berühmten Gedicht, dass ein "Gespräch über Bäume" dadurch zum Verbrechen wird, dass es Naziuntaten verschweigt, erinnert Kluwe. Dem Autor attestiert sie, sich dieses Verbrechens nicht schuldig gemacht zu haben.
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