Mit zahlreichen Illustrationen. Auf dem Dach des Hauses Krumme Gasse 7 wachsen auf märchenhafte Weise aus einem Stückchen Moos plötzlich zwei Birken. Und nachdem schon was da ist, kommt noch etwas dazu: Langsam entsteht ein richtiger Dachgarten. Henne, ein Dachdecker mit leichtem Dachschaden, und Henrike, ein zwölfjähriges Mädchen, schleppen Erde, bringen Pflanzen, hegen und pflegen das Stückchen Grün. Unterstützt werden sie von zwei Kaminkehrern, einem mysteriösen Riesen mit eiserner Hand, einem Dachwanderer, Henrikes Lehrerin und allerlei geheimnisvollen Kräften. Die Ente Ilse baut sich ein Nest und brütet ihre Jungen aus. Alles scheint friedlich, aber der Schein trügt - im Hintergrund arbeitet Frau Hux daran, die Menschen vom Dach zu vertreiben und wieder Ordnung herzustellen. Beinahe gelingt ihr das - aber wo viele gute Kräfte zusammenwirken, ist Bosheit machtlos.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.05.2018
Wie in allen realen Großstädten ist auch in Henrikes Stadt noch jedes letzte kleine "Refugium" der Natur ständig in Gefahr vor Menschen, die es nicht ertragen können, wenn irgendwo etwas ungeordnet, frei sprießen und schießen und fleuchen und kreuchen kann, weiß Rezensent Siggi Seuss. Und das weiß auch die junge, aufgeweckte Protagonistin in "Henrikes Dachgarten", die für den Erhalt ihres Dachgartens und der vielfältigen Wesen darin einsteht, lesen wir. Wie jedes von Albert Wendts Büchern behandelt auch dieses ein großes Thema, jedoch ohne erhobenen Zeigefinger. Wendt erzählt humorvoll, spannend und fantasiereich von der "Bewahrung der Schöpfung im Mikrokosmos" einer kleinen paradiesischen Welt, so der entzückte Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.04.2018
Rezensentin Manuela Kalbermatten findet Albert Wendts märchenhaften Roman für Menschen ab 9 famos. Die schrulligen, liebenswerten Figuren um ein 12-jähriges Mädchen und einen Dachdecker mit Dachschaden, die der Autor hier versammelt, haben es ihr angetan. Das kleine Paradies auf dem Dach hat es laut Rezensentin allerdings in sich. Gelesen als politische Parabel begegnet dem Leser ein anarchischer Mikrokosmos, und das Buch verhandelt das Zusammenleben einer pluralistischen Gesellschaft mit unterschiedlichen Werten und Verbindlichkeiten, erklärt Kalbermatten. Sprachverspielt wie er ist, scheint der Text Kalbermatten einen utopischen Raum zu eröffnen.
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