Albert von Schirnding
War ich da?
Von Ankünften und Abschieden

C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406831720
Gebunden, 128 Seiten, 20,00 EUR
ISBN 9783406831720
Gebunden, 128 Seiten, 20,00 EUR
Klappentext
Was heißt es für uns Menschen, "da" zu sein? Gemeint ist das Dasein nicht nur als Gabe, sondern auch als Aufgabe, die darin besteht, Situationen und Umstände zur eigenen Sache zu machen. Über die damit verbundenen Fragen denkt Albert von Schirnding im Rückblick auf sein eigenes Leben nach. Dabei geht es um Freundschaft und Liebe, um Glauben und Zeitgeist, um die Erfahrung von Geburt und Tod. Der Anspruch des Daseins liegt darin, aus der Zufälligkeit der eigenen endlichen Existenz das Einmalige zu machen, das jedes menschliche Leben sein kann. Der Titel des Buches "War ich da?" fragt, wie weit das Ich, um das es hier geht, diesem Anspruch gerecht geworden ist. Ankünfte und Abschiede lassen sich nicht vermeiden: Manche sind willentlich herbeigeführt, viele sind ungewollt. In seiner autobiographischen Erzählung blickt Albert von Schirnding auf die wichtigsten Orte seines Lebens. Der Bogen spannt sich über fast ein ganzes Jahrhundert vom Regensburg seiner Kindheit mit dessen alter Adelswelt bis zu dem ländlichen "Paralleluniversum", in dem er die größte Strecke seiner Zeit zurückgelegt hat.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.07.2025
Rezensent Ijoma Mangold ist ziemlich froh, dass Albert von Schirnding die Gegenwart mit ihren literarischen Moden im besten Sinne ziemlich egal ist: Er schreibt über Abschiede und untergegangene Welten; die katholische Kirche und das adlige Leben zum Beispiel. Seine Familie war für die Fürsten von Thurn und Taxis zuständig, seine unsentimentalen Erinnerungen bringen die Leserinnen Mangold zufolge fast dazu, diese Zeit zu vermissen. Vorsichtig tastend umschreibe Schirnding auch die Zeit als Gymnasiallehrer für Griechisch und Latein, einer seiner Schüler sei Rainald Goetz gewesen. Mangold zeigt sich schwer beeindruckt von diesem "elegischen Vergänglichkeitsvirtuosen", der so zart wie staunend nach seinem Platz in der Welt fragt.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 10.04.2025
Ein tolles Erinnerungsbuch hat Albert von Schirnding laut Rezensent Helmut Böttiger geschrieben. Der Altgriechischlehrer und Feuilletonist Schirnding bewegt sich hier ausschnitthaft durch sein eigenes Leben, sein Vater war beim Fürsten von Thurn und Taxis Verwalter, das privilegierte, aristokratische Umfeld, aus dem der Autor stammt, wird im Buch entsprechend oft thematisiert, erzählt Böttiger. Der Kritiker lernt Schirnding mit Blick auf diese Veröffentlichung als einen Konservativen kennen, der stets von Idealen des Humanismus und durchaus auch des Liberalismus geprägt war. Unter anderem lehnte Schirnding, erfährt Böttiger, Positionen ab, die einen autoritären Erziehungsstil forderten. Insgesamt taucht Böttiger sehr gern mit Schirnding in eine Welt ein, die heute außerhalb dieses Buches nicht mehr existiert.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.04.2025
Rezensent Lothar Müller gratuliert dem Essayisten und Philologen Albert von Schirnding mit einer schönen Besprechung von dessen Lebensrückblick zum Neunzigsten. Bereits zum achtzigsten Geburtstag teilte der Autor seine biografische Notizen in "Jugend, gestern" mit uns, erinnert der Kritiker, der hier gern nochmal vom Aufwachsen in der "operettenhaft"-fürstlichen Umgebung des Adelgeschlechts von Thurn und Taxis liest, aber auch erfährt, wie Schirnding den Nationalsozialismus im Kindesalter erlebte. Vor allem aber ist es die Bildungsgeschichte des Autors, der der Rezensent hier mit großem Interesse folgt: Er liest von Schirndings Sekretärstätigkeit für Ernst Jünger ebenso wie von jenen Jahren, als der Autor als Lehrer Rainald Goetz unterrichtete. Wie Schirnding Erinnerungen immer wieder mit ihren "topografischen Dimensionen" verzahnt, dabei an soziale und kulturelle Milieus erinnert, findet Müller beeindruckend. Und die Hymne, die Schirnding auf das griechische Alphabet singt, teilt der Kritiker ebenso wie dessen "elegischen Abgesang" auf das humanistische Gymnasium.
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