Wie kaum ein zweiter Fotograf seiner Zeit hat Albert Renger-Patzsch die Bildsprache des 20. Jahrhunderts geprägt. Renger fand für die technische Moderne Bilder, die nicht zuletzt aufgrund ihrer strengen Kompositionen zu regelrechten Emblemen der Gegenwart wurden. Rengers Aufsätze aus über vier Jahrzehnten begleiten und ergänzen seine epochalen fotografischen Arbeiten. Dabei widmen sie sich höchst unterschiedlichen Fragen: ob Fotografie Kunst sein könne, wie man am besten Ersatzteile fotografiert, ob die Fotografie einen Typus wiedergeben könne oder welche Verantwortung der Fotograf habe. Neben sämtlichen zu Lebzeiten publizierten Texten enthält der Band auch eine Reihe von bisher unveröffentlichten Aufsätzen aus dem Nachlass.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2010
Erstmals liegen nun all die fast beiläufig geschriebenen und meist unveröffentlichten Texte vor, die Albert Renger-Patzsch neben seiner fotografischen Arbeit in mehr als vierzig Jahren verfasste, freut sich Rezensent Steffen Siegel. Große Mühe haben die Herausgeber Bernd Stiegler, Ann und Jürgen Wilde offenbar darauf verwandt, an den verschiedenen Orten die Schriftstücke aufzutreiben, die nun unter dem Titel "Die Freude am Gegenstand" erschienen sind. Gelohnt hat sich dies in den Augen des Kritikers. Denn die "nüchtern" lakonischen Texte seien durchaus mit Rengers auf das Wesentliche beschränkten Fotografie vergleichbar. Ebenso sachlich und distanziert, wie er Nylonstrümpfe oder Glaskolben fotografierte, erscheinen die Ratschläge, die er seinen Lesern gibt: Bei der Kombination von "Winterfotografie und Schneeschuhsport" müsse die Ausrüstung fest verpackt werden, damit "es nicht klappert". Neben solchen Kuriositäten, so der Rezensent, werde aber auch das fotografische Bild als "Schlüsselfrage moderner Bildästhetik" verhandelt.
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