Albert Ostermaiers Gedichte sind Polaroids der Gegenwart. Sie schlagen den Bogen zwischen dem Chaos Kalkuttas und der Wüsteneinsamkeit des Death Valley, sie intonieren den harten Rhythmus der Städte ebenso wie die Melancholie nicht enden wollender Landschaften, die Hektik der Metropolen und die nervöse Statik großer Gefühle. Eine Hörfassung, in der die lyrischen Szenen auf klassische Klänge, auf Techno, Ambient und Pop treffen, liegt dem Band auf CD bei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999
Faz-Literaturchef Thomas Steinfeld bespricht Albert Ostermaiers Buch zusammen mit den "33 Still Lives" des Fotografen Anton Corbijn (Schirmer und Mosel Verlag). Beide, so Steinfeld, arbeiten mit der Ästhetik des Polaroids, des unweiderholbaren Schnappschusses, der eine in der Dichtung, der andere mit der Kamera. Aber Ostermaier findet Steinfelds Gnade nicht. Die Poesie der Highways und Motels, das Nachahmen von Popsongs findet er klischeehaft: Ostermaier biete da "das ganze kleine, verschmockte Register des landläufigen intellektuellen Helden". Steinfeld hält sich lieber an den wirklichen Fotografen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.11.1999
Wenn es eine spezifische "Männerliteratur" gibt, so meint Hannelore Schlaffer, dann gehören Ostermaiers Gedichte ganz bestimmt dazu. Sie findet viele "pubertäre Wachstumsphantasien" darin und scheint die Art, wie Ostermaier über langbeinige Frauen in zerrissenen Nylons, Highways und technisches Gerät schreibt, recht narzisstisch zu finden. Dennoch spendet sie seinen Gedichten ein verhaltenes Lob und hebt besonders hervor, dass es in dem Band viele Liebesgedichte gibt, ein in der neueren Lyrik selten gepflegtes Genre.
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