Galiani Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783869713366 Gebunden, 256 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Alle sind sie unterwegs - zur Gedenkfeier für Simon Muthesius, einen einst glanzumstrahlten Regisseur und Intendanten: Karl, Muthesius' Sohn, der seinen Frieden mit ihm zu machen versucht; Beat, der Dramaturg, der auf der Strecke blieb; Petra, die ihren scheinbar untreuen Mann wiederzusehen hofft; und Nathalia, die durch ihn zum Star wurde und bisweilen recht divenhaft agiert; Siegfried, einst zutiefst beleidigt, als der Verstorbene ihm das Talent zum Opernsänger absprach - aber jetzt in einem anderen Leben glücklich; oder Shadgi, die zugewanderte Iranerin, der Muthesius half, von der Putzfrau zur Maskenbildnerin aufzusteigen. Durch all ihre Augen erzählt Alain Claude Sulzer in seinem vielstimmigen Roman. Manche der Anreisenden kennen sich nicht, andere sich gegenseitig nur zu gut. Und einige der vielen großen und zum Teil gekränkten Egos, die bald aufeinandertreffen werden, haben sogar noch Rechnungen offen …
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.11.2026
Einen gelungenen Abgesang auf die Generation der großen Regiezampanos und der mit ihnen verbundenen Theaterwelt hat Alain Claude Sulzer laut Rezensentin Ursula März geschrieben. Ins Zentrum seines Romans stellt Sulzer den Intendanten Simon Muthesius, der eben dieser Generation - man denke an Leute wie Peymann und Zadek angehört - und gleich in der ersten Szene des Buches stirbt. In der Folge tauchen andere frühere Stars, Diven oder auch Autoren auf, die künstlerisch ihre beste Zeit längst hinter sich haben und außerdem schlicht alt werden. Die Handlung, in die auch Liebesgeschichten hinein spielen, erstreckt sich über die Wochen vor der Gedenkfeier zu Ehren des Toten. Dieser Tote, Muthesius, ist die "Leerstelle im Zentrum des Romans", geschickt stelle Sulzer verschiedene, teils einander widersprechende Erinnerungen an ihn nebeneinander. Gern liest die Rezensentin das alles, vor allem weil der Autor keineswegs ein Kulturpessimist ist, sondern sich in diesem ironisch und elegant geschriebenen Buch vielmehr von nostalgischen Impulsen fern hält.
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