Klappentext

Der neue Roman vom wichtigsten Autor Ägyptens Ende der 1940er Jahre herrschen im Automobilclub von Kairo unter den surrenden Ventilatoren Extravaganz und Dekadenz: Paschas, Monarchen und Diplomaten gehen ein und aus. Auch der König zählt zu den Stammgästen, er kommt regelmäßig zum Pokerspielen und sucht die schönsten Frauen für die Nacht. Den Reichen zu Diensten steht eine Armada von schlechtbezahlten, schikanierten Dienern, Kellnern und Köchen - bis sie den Aufstand proben. In seinem Roman 'Der Automibilclub von Kairo' erzählt Alaa al-Aswani von Herrschaft und Diktatur und lässt einen Mikrokosmos lebendig werden, der für die Zerrissenheit eines ganzen Landes, seiner Heimat Ägypten, steht. Sprachgewaltig, nuanciert und verblüffend nah an unserer Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.12.2015

Auch wenn Angela Schader nicht alle politischen Äußerungen Alaa al-Aswanis unterschreiben würde, lässt sie keinen Zweifel daran, dass der Autor mit seinen Interventionen für die ägyptische Öffentlichkeit von enormer Bedeutung ist. Mit seinem Roman aus dem Kairo der vierziger und fünfziger Jahre geht es ihr ähnlich: Manches findet sie unglaubwürdig oder sogar krude, und auch die pralle Erzählweise ist nicht unbedingt ihre Sache. Aber wenn al-Aswani vom Aufstand der Bediensteten im Palast erzählt, die sich gegen die reine Willkür aufzulehnen versuchen, dann weiß Schader, wie wichtig dieser Roman für das heutige Ägypten ist. Und ihren Respekt gewinnt der Autor dadurch, dass er die Repressionsmaschinerie so perfekt schnurren lässt, dass er dem Leser beinahe "der Schneid abgekauft wird, sich mit den Widerständlern zu solidarisieren".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2015

Rezensent Stefan Weidner ist hin- und hergerissen nach der Lektüre von Alaa al-Aswanis Roman "Der Automobilclub von Kairo". Die Entscheidung, den Roman mit Blick auf die jüngsten Revolutionen in Ägypten in den vierziger Jahren anzusiedeln und anhand der Willkürherrschaft unter dem englandhörigen König Faruk die Parallelen und bis heute nachwirkenden Strukturen aufzuzeigen, findet der Kritiker durchaus klug. Auch die zahlreichen Charaktere, die hier mit eigenen fesselnden und intimen Binnengeschichten im Mikrokosmos des Automobilclubs auftreten, haben Weidner ausgesprochen gut gefallen. Allerdings hat der Rezensent einige Probleme mit al-Aswanis an den Stil einer Telenovela erinnernden Schreibweise: Die Sprache ist ihm zu simpel und die Handlung erscheint ihm zu grob, um sie mit Cliffhangern derart auszudehnen, meint der Kritiker, auch wenn er das Buch letzten Endes doch mit Gewinn gelesen hat.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2015

Fast zu gut findet Rezensent Burkhard Müller Alaa al-Aswanis neuen Roman "Der Automobilclub von Kairo", der von der Dialektik zwischen Herr und Knecht im Jahre 1950 erzählt. Es ist die letzte Phase der englischen und königlichen Herrschaft in Ägypten, informiert der Kritiker, in der sich erste Anzeichen von Rebellion nicht nur gegen das ägyptische Königshaus sondern auch gegen die englische Herrschaft bemerkbar machen. Anhand verschiedenster Akteure erlebt der Rezensent diese Ereignisse in ihrer ganzen Ambivalenz, folgt dem König und seinem engsten Vertrauten ebenso wie den Aufständischen. Müller zeigt sich beeindruckt von al-Aswanis farbiger Beschreibungskunst und schaut über knapp am "Sozialkitsch" vorbeischrammende Passagen gern hinweg.
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