Ake Edwardson

Das vertauschte Gesicht

Roman
Cover: Das vertauschte Gesicht
Claassen Verlag, München 2001
ISBN 9783546002400
Gebunden, 448 Seiten, 22,96 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch. Erik Winter fühlt sich bei weitem nicht mehr wie der jüngste Kriminalkommissar von ganz Schweden. Nicht nur, dass er bald vierzig wird, nein, er zieht mit seiner Freundin Angela zusammen und - sie ist schwanger. Als sei das noch nicht genug, bittet ihn seine Mutter, nach Marbella zu kommen, der Vater liegt im Sterben. Zum Glück scheint es in der Göteborger Mordkommission ruhig zu bleiben. Bis zu dem Tag, an dem zwei Eheleute tot aufgefunden werden ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2001

Kommissar Winter ist auf den Spuren eines Verbrechers, der die Köpfe seiner Opfer ausgetauscht hat und bei dem Mord eine Kassette hinterlassen hat, die in Endlosschleife Black Metal spielt. Der Jazzliebhaber vernimmt zuerst nur Lärm und Dröhnen, bis er langsam Melodien und Text heraushören kann. Die Einbeziehung der Biografie des Kommissars in den Fall ist sicherlich nichts Neues, wie der Rezensent Johan Schloemann feststellt, dennoch werde sie vom Autor dramaturgisch äußerst geschickt angewendet. Die Kontrastierung von Täter und Polizist hingegen entspreche aber doch ein wenig einer "etwas braven Weltsicht", wie Schloemann findet. Am Ende der Erzählung werde der Leser aber gezwungen, noch einmal rückwärts zu lesen, denn das Verbrechen betreffe den Kommissar in einer noch direkteren Weise als bisher angenommen. So entstehe "eine gedankliche Spannung, die außerhalb des Buches liegt", wie Schloemann am Ende seiner Besprechung befindet.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.05.2001

Für Werner Burkhardt ist es naheliegend, den Krimi des Schweden Edwardson mit den Büchern Henning Mankells zu vergleichen. Dabei hat er durchaus Gemeinsamkeiten festgestellt, auch wenn Edwardsons Handlung in Göteborg und nicht in Ystad angesiedelt ist und der Kommissar Winter - anders als Mankells Wallander - gerne in Designerklamotten auftritt. Gemeinsamkeiten hat Burkhardt insbesondere bei den Lagebesprechungen der Polizei ausgemacht, doch im Vergleich zu Mankells Büchern haben ihn diese Besprechungen "ungeduldig" gemacht, gesteht der Rezensent. Burkhardt hält sich mit dezidierter Kritik zurück, jedoch wird deutlich, dass Edwardsons Stil einfach nicht sein Fall ist. So kann er sich für Edwardsons verästelte Erzählweise, seinen Verzicht auf Geradlinigkeit, die "kurzen Absätze, jäh wegbrechenden Kapitel, eine bewusst fahrige Kurzatmigkeit" und seine keineswegs chronologisches Erzählen nicht wirklich erwärmen.
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