Aka Morchiladze

Obolé

Roman
Cover: Obolé
Mitteldeutscher Verlag, Halle 2018
ISBN 9783963110399
Gebunden, 200 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Georgischen von Natia Mikeladse-Bachsoliani. Irakli lebt in Tbilissi, als er eines Tages aus seiner kleinen Heimatstadt in der Nähe der wilden Berge von Swanetien eine Nachricht erhält: Sein altes Haus droht einzustürzen und das Dach muss dringend repariert werden. Während der wenigen Tage, die Irakli im Haus seines Großvaters verbringt, ist er von Erinnerungen, von der wechselhaften Geschichte und den Geschichten des Ortes überwältigt. Auf dem Dachboden entdeckt er die längst vergessene Obolé, eine alte, wunderschön gearbeitete Steinschlossflinte, von der keiner weiß, wann sie ihren letzten Schuss abgefeuert hat. In Friedenszeiten und wenn es keine Kinder im Haus gab, hing sie an der teppichbedeckten Wand des Wohnzimmers. Obolé stammt aus einer Zeit, als Gewehre noch Frauen glichen, und Irakli fühlt sich zu ihr hingezogen wie zu einer schönen Frau - und man muss sich nicht wundern, wenn sie doch noch einen Schuss abfeuert ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2019

Rezensent Tilman Spreckelsen freut sich, dass Aka Morchiladse durch den georgischen Gastlandauftritt bei der vergangenen Frankfurter Buchmesse nun auch hierzulande bekannt ist. Gebannt nimmt der Kritiker den inzwischen vierten ins Deutsche übertragenen, im Original bereits 2011 erschienenen Roman zur Hand, der, anders als die Vorgänger, nicht von der Kriegszeit erzählt, sondern schildert, wie ein Mann aus Tiflis zur Beerdigung eines alten Bekannten ins ländliche Westgeorgien zurückkehrt. Wie Morchiladse das Zusammentreffen jener, die zu Bürgerkriegszeiten in den Neunzigern das kleine Städtchen verlassen haben und jener, die geblieben sind und alte Traditionen lebendig halten, gestaltet, gefällt dem Kritiker gut. Vor allem aber staunt Spreckelsen, wie allgemeingültig der Autor in seiner mit Anspielungen auf die georgische Kultur reich gespickten Geschichte vom Verlust persönlicher Freiheit und der Bedeutung der eigenen Herkunft erzählt. 
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